Unternehmer setzt auf Grünkohl

Prüfender Blick: Elde-Mitarbeiterin Iris Dreyer kontrolliert die Befüllung der Grünkohlgläser. Christine Weber
Prüfender Blick: Elde-Mitarbeiterin Iris Dreyer kontrolliert die Befüllung der Grünkohlgläser. Christine Weber

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11. November 2009, 11:36 Uhr

Zachow | Rotkohl aus Brandenburg, Möhren aus Holland und Gurken aus Bayern werden in der Elde-Konservenfabrik verarbeitet - und bald soll auch Grünkohl aus Niedersachsen dazukommen. So plant es Elde-Chef Kay Strelow. Wenn die Testproduktion gut läuft, sollen im nächsten Jahr Gläser aus der Zachower Fabrik in den Supermarktregalen in ganz Deutschland stehen.

Knapp fünf Monate hat Bärbel Schulz an der perfekten Rezeptur für die Grünkohlkonserve gearbeitet, das richtige Verhältnis von Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln und Gewürzen bestimmt. Nun steht das Rezept - seit vergangener Woche laufen die Förderbänder in der Elde-Konservenfabrik Zachow für den Test des neuen Produkts.

Die ersten Gläser sind noch warm, als die Produktentwicklerin Bärbel Schulz und Elde-Konserven Chef Kay Strelow sie öffnen und den Inhalt probieren. "Insgesamt 75 000 Gläser befüllen wir während des Testlaufs", sagt Strelow. In den kommenden Wochen werden sie dann in den Regalen der Supermarktkette Norma stehen. "Wenn der Test erfolgreich ist, wollen wir im nächsten Jahr mit der großen Produktion beginnen", sagt der Unternehmer.

Die Idee, das neue Produkt auf den Markt zu bringen, hatte Strelow, nachdem er im vergangenen Jahr die Markenrechte "Hofgut Meilitz" von der insolventen Firma Meigo gekauft hatte. "Unter diesem Namen laufen Festtagsrotkohl und Schlachtekraut. Beide Fertiggerichte sind in den neuen Bundesländern der Renner", so Strelow. Nachdem er am Standort Zachow die Produktion dieser etablierten Marken übernommen hat, will er das Sortiment erweitern und ein weiteres Fertiggericht anbieten unter dem Namen "Grünkohlplatte".

Bis zur serienmäßigen Produktion ist es jedoch noch ein weiter Weg. "Vorausgesetzt die Nachfrage ist so gut wie ich es erwarte, müssen größere Investitionen eingeplant werden", sagt Strelow.

Weil Grünkohl zu den Gemüsekonserven zählt, ist die Herstellung aufwendiger als bei Sauerkonserven, die bei geringeren Temperaturen haltbar gemacht werden. Obwohl in Zachow bereits jetzt beide Produktarten hergestellt werden, müsste neue Technik angeschafft werden, um die Produktion schneller und automatisierter zu machen. Etwa 300 000 Euro plant Strelow dafür ein, der seit 1998 insgesamt bereits 20 Millionen Euro in den Standort investiert hat.

Bei einer groß angelegten Grünkohlproduktion müsste der Elde-Eigentümer auch seinen Personalstamm erweitern. Bislang arbeiten 120 Mitarbeiter in der Konservenfabrik. Doch Geld ausgeben und neue Mitarbeiter einstellen will Strelow erst, wenn ihm Aufträge von weiteren Supermarktketten sicher sind.

Mit möglichen Lieferanten hat der der Unternehmer bereits gesprochen: "Ein Landwirt aus Niedersachsen kommt in Frage". Für den Testlauf kaufte er zunächst Kohl aus Polen ein.

Auf seiner Basis kam die Produktentwicklerin Bärbel Schulz im Labor auf die Rezeptur für die Grünkohlplatte. Nicht nur sie ist nach den ersten Kostproben sicher, dass das Fertiggericht gelungen ist - auch ihr Chef Strelow ist davon überzeugt. "Und den Segen von meiner Großmutter habe ich auch schon", sagt er. Nun muss er nur noch die Kunden im Supermarkt überzeugen.

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