Unruhe im Call-Center

Bislang boomten Callcenter in Schwerin. Noch arbeiten in der Stadt 2400 Mitarbeiter in der Branche. Foto: dpa
Bislang boomten Callcenter in Schwerin. Noch arbeiten in der Stadt 2400 Mitarbeiter in der Branche. Foto: dpa

Am 1. März wechselt auch das Call-Center der Telekom-Tochter VCS in Schwerin unter das Dach des Gütersloher Branchenriesen Arvato. Gerüchte über Entlassungen dementierte Arvato, ein Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns, gegenüber SVZ. Allerdings strebe das Unternehmen 2009 „alternative Lohnmodelle“ an. Im Klartext bedeute dies sinkende Gehälter, warnt die Dienstleistungsgewerkschaft verdi.

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30. Januar 2008, 10:29 Uhr

Schwerin - In der rund 100-köpfigen Belegschaft des Call-Centers VCS im Wurm-Center am Marienplatz herrscht Unruhe. Wenn VCS, eine Telekom-Tochter, am 1. März von Arvato Services übernommen wird, stünden manche Kollegen möglicherweise vor der Entlassung, so eine der Befürchtungen.


Dieses Szenario drohe vorerst nicht, so ein Arvato-Sprecher auf SVZ-Nachfrage: „Wir haben nicht vor, im Zuge der Übernahme Mitarbeiter zu entlassen. Arvato ist auf Wachstumskurs, und dafür sind wir kontinuierlich auf der Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitern.“ Als Marktführer im Bereich Call-Center und langjähriger Partner der Deutschen Telekom verfüge das Unternehmen über umfassendes Branchen- und Prozessoptimierungs-Wissen, „das wir dazu nutzen werden, die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte, die wir am 1. März übernehmen, weiter zu steigern“, so der Sprecher weiter. Das bedeute, dass neue Kunden gewonnen sowie die „Qualität und die Produktivität“ angehoben werden sollen. Dies sei an einigen bereits von Arvato übernommenen Standorten auch gelungen.
„Da dies alleine nicht ausreichen wird, werden wir zu gegebener Zeit mit den Mitarbeitern über alternative Entlohnungsmodelle sprechen“, bestätigt der Arvato-Sprecher indirekt, dass die Ängste der Noch-VCS-Mitarbeiter nicht unbegründet sind. Die aktuellen Gehälter bei VCS lägen „deutlich über Marktniveau“, so der Sprecher.

Gespräche über die Einkommenshöhe würden aber nicht vor März 2009 aufgenommen, „bis dahin sichern unsere Vereinbarungen mit der Deutschen Telekom AG den Fortbestand der Bezüge. Ebenfalls mit der Telekom AG vereinbart worden sei, dass das Jahresgehalt in den Call-Centern nicht unter 25 000 Euro für Agenten und 29 000 Euro für Teamleiter abgesenkt werde, teilt der Sprecher mit.

Für Axel Kreth von der verdi-Bezirksgeschäftsstelle Schwerin steht fest, dass Arvato eine „erhebliche Reduzierung“ von Löhnen und Gehältern anstrebe, wenn keine tarifrechtliche Bindung mehr bestehe. Die Dienstleistungsgewerkschaft werde die Entwicklung aufmerksam verfolgen und Arvato nötigenfalls juristisch zwingen, geplante Einkommenskürzungen zu begründen, so Kreth.

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