Flug MH370 : Unglücksmaschine gefunden?

Wie lange noch dauert die Suche? Die verzweifelte Angehörige eines  Passagiers
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Wie lange noch dauert die Suche? Die verzweifelte Angehörige eines Passagiers

Satellitenbild vom Indischen Ozean zeigt mögliche Wrackteile von Flug MH370 / Malaysischer Minister: Bislang wichtigste Spur

svz.de von
20. März 2014, 23:18 Uhr

Bei der Suche nach der malaysischen Boeing 777-200 gibt es fast zwei Wochen nach dem Verschwinden eine erste erfolgversprechende Spur. Australische Geheimdienst-Experten haben auf Satellitenbildern Objekte im Indischen Ozean entdeckt, die Bruchstücke des Jets sein könnten. Ein Teil des Treibguts soll 24 Meter lang sein, das zweite 5 Meter. Nachdem erste Aufklärungsflüge im Fundgebiet ohne Erfolg blieben, sollte ein Frachter die Suche nach Flug MH370 aufnehmen.

Bei der Suchaktion nach dem am 8. März spurlos vom Radar verschwundenen Flugzeug mit 239 Menschen an Bord waren schon mehrfach vermeintliche Wrackteile entdeckt worden. Die Meldungen stellten sich bisher immer als Fehlalarm heraus. Bemerkenswert an den Berichten vom Donnerstag war deshalb, dass Australiens Regierungschef Tony Abbott persönlich die Nachricht im Parlament in Canberra mitteilte. „Neue und glaubhafte Informationen sind ans Licht gekommen“, sagte Abbott. Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein nannte es die „bislang wichtigste Spur“.

Abbott betonte, dass die Stücke im Meer noch nicht als Wrackteile identifiziert seien. Es könnte sich auch um anderes Treibgut handeln. Mit einer Größe von 24 Metern ist das eine Objekt aber deutlich länger als etwa ein Standard-Seecontainer der zwischen etwa 6 und 16 Meter lang ist.

Das Suchgebiet liegt im Bereich der Flugroute, die die Maschine genommen haben könnte, sagte Nothilfeeinsatzleiter John Young. Er schätzte die Meerestiefe in der Gegend auf mehr als 1000 Meter.

Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar verschwunden. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage, Entführung, Terrorismus oder Selbsttötung eines der Piloten. Die Ermittler sind nach Signal- und Datenanalysen inzwischen überzeugt, dass die Maschine nach dem Start radikal vom Kurs abwich, noch stundenlang weiterflog und die Kommunikationssysteme an Bord absichtlich abgestellt worden waren. Dennoch werde ein technisches Problem nicht ausgeschlossen, sagte Verkehrsminister Hussein gestern in Kuala Lumpur. Experten nennen etwa die Möglichkeit eines Schwelbrands im Bereich des Cockpits, der die Kommunikationssysteme zerstört und die Piloten bewusstlos gemacht haben könnte. Andere spekulierten über einen plötzlichen Druckverlust, der Piloten und Passagiere außer Gefecht gesetzt haben könnte.

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