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25. November 2017 | 12:43 Uhr

Kommentar : Unerträglich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Er hätte besser geschwiegen. Mit seinem Auftritt vor der Bundespressekonferenz hat sich Sebastian Edathy keinen Gefallen getan. Nicht nur, dass er damit offenbart hat, dass ihm als ehemaligem Parlamentarier der Respekt vor dem Deutschen Bundestag und dem Untersuchungsausschuss fehlt, der Licht ins Dunkel seiner Affäre bringen will und der erst einmal warten musste. Kein echtes Wort der Reue, keine Entschuldigung bei den Opfern. Stattdessen Arroganz, Selbstgerechtigkeit und der Versuch, sich selbst als Opfer darzustellen. Pädophilie hält der frühere Vorzeige-SPD-Politiker auch für eine Privatsache, selbst wenn es um herausgehobene Volksvertreter geht.

Mag sein, dass seine Vorwürfe gegen die Partei- und Fraktionsspitze der SPD und den Chef des Bundeskriminalamtes zutreffen, sie hätten Geheimnisverrat begangen. Dies genau gilt es im parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufzuarbeiten. Allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass dieser persönliche Rachefeldzug des Angeklagten Edathy vor allem auch der Ablenkung vom eigentlichen, seinem persönlichen Fall dienen soll.
Dass er die Ermittlungen und das berechtigte Interesse an Aufklärung der Vorwürfe wegen des Kinderpornographie-Verdachts mit dem Volksgerichtshof der Nazis vergleicht, ist ein starkes Stück. Und das Selbstmitleid über seinen Karriereknick ist unerträglich.

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