Beinbruch bei Ribery? - Pirlo und Gattuso gelbgesperrt : Und wieder jubeln die Azzurri

In einer rassigen und kampfbetonten Partie entschied Weltmeister Italien das Duell gegen Vize-Weltmeister Frankreich verdient zu seinen Gunsten und steht nach Rumäniens Niederlage gegen die Niederlande im Viertelfinale gegen Spanien. Les Bleus verloren früh Ribery, Mitte der ersten Halbzeit auch Abidal nach einer Notbremse im Strafraum und gerieten durch Pirlos Elfmeter in Rückstand. In Unterzahl konnten die Franzosen das Spiel nicht mehr drehen, das zweite Tor der Azzurri entschied das Duell nach einer guten Stunde.

von
17. Juni 2008, 10:58 Uhr

Im Vergleich zum 1:4 gegen Holland stellte Frankreichs Coach Raymond Domenech auf drei Positionen um: Für Sagnol, Thuram und Malouda kamen Clerc, Abidal und Benzema zum Einsatz.Italiens Trainer Roberto Donadoni tauschte nach dem 1:1 gegen Rumänien zweimal Personal aus und brachte Gattuso und Cassano für Camoranesi und del Piero.Beim erneuten Aufeinandertreffen der beiden WM-Finalisten von 2006 drückte Frankreich bei regnerischem Wetter im ausverkauften Züricher Letzigrund sofort mächtig aufs Tempo und den Gegner in die Defensive, die Riesenchance zur Führung aber hatte der Weltmeister: Nach einem weiten Pass aus der eigenen Abwehr unterlief Abidal den Ball und Toni stand allein vor Coupet, schloss aber aus 17 Metern zu überhastet ab und zielte einen halben Meter daneben (4.).Riesenpech dann für die Franzosen: Ribery verdrehte sich im Zweikampf mit Zambrotta das linke Knie und konnte nicht mehr weiterspielen - Nasri sollte den Mittelfeldmotor der Equipe Tricolore ersetzen (10.). Zu diesem Schock hätte sich fast noch ein zweiter gesellt, als Keeper Coupet und Makelele auf der Linie nach einem Panucci-Kopfball gerade noch einen Rückstand verhindern konnten (11.).Kompromisslos suchten beide Mannschaften in der Folge in einer weiterhin sehr temporeichen Partie den Weg vor das gegnerische Tor, wobei Italien strukturierter und kombinationssicherer agierte, auch weil die Franzosen nach dem Aus für Ribery etwas die Ordnung verloren hatten. Zwingende Chancen ergaben sich bis Mitte des ersten Durchgangs nicht, ehe auf den Vize-Weltmeister der nächste Doppelschock wartete: Toni stoppte sich Pirlos Pass im Strafraum elegant herunter und wurde von Abidal unfair gestoppt - Elfmeter und Rote Karte für den Abwehrspieler. Pirlo trat an und verwandelte sicher hoch ins linke Eck (25.).Für Nasri war die Partie schnell wieder beendet. Boumsong kam für den Mittelfeldmann, um die Abwehrkette wieder zu vervollständigen (26.). Die Donadoni-Elf setzte nach der Führung sofort nach - Toni hieß der Protagonist der nächsten Minuten. Der Bayern-Stürmer hatte im Minutentakt mehrere klare Chancen, Unvermögen und auch Pech verhinderten in dieser Phase das erste Turniertor des Goalgetters (28., 29., 30.).Die Domenech-Schützlinge befreiten sich danach etwas aus der Umklammerung und wurden mutiger. Henry verpasste mit einem Schrägschuss den Ausgleich nur knapp (34.) - es sollte die einzig ernsthafte und zugleich letzte Möglichkeit Frankreichs vor der Pause bleiben. Die Italiener allerdings standen dicht vor dem 2:0, als Grosso einen Freistoß genau ins linke untere Eck platzierte, Coupet das Leder aber mit einer Glanztat noch an den Pfosten lenkte (44.).Mit einem Sturmlauf startete Frankreich in den zweiten Abschnitt. Benzemas Volleyschuss strich knapp über den Balken (50.), Henry fand mit zu schwachem Abschluss zweimal seinen Meister in Buffon (52., 53.). Danach holte sich Gattuso wie schon zuvor Torschütze Pirlo in der kampfbetonten, trotz der insgesamt sieben Verwarnungen aber nicht unfairen Partie die zweite Gelbe Karte des Turniers ab - beide fehlen nun im Viertelfinale.Die kraftraubenden Angriffsaktionen der Equipe Trivolore ebbten nach zehn Minuten ab - Italien übernahm wieder die Kontrolle und hielt den Rivalen mit der reiferen Spielanlage in Schach. De Rossis von Henry abgefälschter Freistoß, der unhaltbar für Coupet im Netz landete, spielte dem Weltmeister natürlich in die Karten (62.).Die Squadra Azzurra verwaltete in der Folge ihren Vorsprung gegen nachlassende Franzosen, die zwar auch nach dem 0:2 Moral bewiesen und weiter ihre Chance suchten, ihren Kontrahenten aber nur noch selten in Gefahr bringen konnten. Gegen Benzemas Schlenzer aber musste Buffon einen Beweis seiner Extraklasse abliefern (74.).Toni blieb bei der letzten Möglichkeit in der Nachspielzeit sein erstes Turniertor mit einem Schuss an den Außenpfosten verwehrt. Der Goalgetter freut sich dennoch mit seinem Team nun auf den Viertelfinal-Knaller gegen Spanien, während für das geschlagene Frankreich das Turnier vorzeitig zu Ende ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen