zur Navigation springen
Neue Artikel

23. Oktober 2017 | 04:44 Uhr

Unausgegorene Planung

vom

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2012 | 07:53 Uhr

Auf dem Papier nimmt sich die Reform gegen Ärztemangel wunderbar aus. Da werden gewissermaßen per Federstrich neue Arztstellen geschaffen. Doch die zusätzlichen Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte bedeuten nicht, dass sich auch ein Arzt findet, der die neu ausgewiesenen Praxiseröffnungsmöglichkeiten wahrnehmen möchte. Schließlich gab es auch ohne diese Reform durchaus Möglichkeiten, sich auf dem Land niederzulassen – ohne, dass dies genutzt worden wäre. Im besten Fall wird sich jetzt für manches Gebiet ein Arzt finden, das dank der neuen Bedarfsplanung nun als unterversorgt gilt. Im schlechtesten Fall ändert sich an der tatsächlichen Versorgung mit Praxen nichts, doch es wird für die Versicherten teurer: Durch die Neudefinition und damit Ausweitung unterversorgter Gebiete könnten auch Mediziner Honorarzuschläge geltend machen, die bisher per Definition nicht in einem unterversorgten, zuschlagsberechtigten Gebiet tätig waren. Unausgegoren an der neuen Planung ist zudem, dass sie für die Versorgung mit Psychotherapeuten eher einen Rückschritt bedeutet. Andere Maßnahmen müssen verstärkt genutzt werden, um dem Ärztemangel zu begegnen. Das reicht von der rollenden Arztpraxis bis zu Praxen, in denen die Kassenärztliche Vereinigung Mediziner anstellt, die mit geregelter Arbeitszeit und ohne freiberufliches Risiko vielleicht Lust an der Arbeit auf dem Land finden. Falls der Mangel nicht zu beheben ist und sich verschärft, muss man aber auch über radikale Reformen nachdenken. Warum nicht ein Jahr auf dem Land für junge Mediziner verpflichtend machen, bevor es anderswo eine Kassenzulassung gibt?

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen