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14. Dezember 2017 | 03:36 Uhr

Überzeugendes Konzept fehlt

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2011 | 08:23 Uhr

Als Munition im politischen Kampf gegen die Rente mit 67 taugen die jüngsten Daten der Rentenversicherung nur auf den ersten Blick. Der hohe Prozentsatz der Neurentner, die vor dem gesetzlichen Regelalter ausgeschieden sind, kann keineswegs darauf zurückgeführt werden, dass die Arbeitsmarktlage für Ältere schlechter geworden sei. Bei Männern sinkt die Zahl der Frührentner, bei Frauen steigt sie. Diese statistische Besonderheit dürfte ein Erbe der früheren deutschen Teilung sein. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter ist in den vergangenen Jahren sogar deutlich gestiegen - ein Indikator dafür, dass die Arbeitsmarktlage für Ältere sich bessert. Das spricht gegen die These, dass Arbeitslosigkeit immer mehr Menschen in eine gekürzte Rente zwinge. Tendenziell bessert sich die Situation am Arbeitsmarkt auch für die älteren Beschäftigten. Die Rente mit 67 wurde einst von einem Arbeitsminister mit SPD-Parteibuch im Rahmen der Großen Koalition vorangetrieben - um die Rentenkasse zu stabilisieren. Das Ziel ist heute noch so richtig wie vor Jahren. Allerdings muss die Regierung überprüfen, ob die Kombination der rentenpolitischen Maßnahmen nicht zu viele Verlierer produziert: Rente mit 67, Absenkung des Rentenniveaus, steigender zu versteuernder Anteil der Altersbezüge. Für Geringverdiener kann das zur Armutsfalle werden. Ein überzeugendes Konzept, wie dies verhindert werden kann, hat Ministerin Ursula von der Leyen bisher nicht vorgelegt.

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