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25. November 2017 | 01:16 Uhr

Udo Lindenberg sammelt neuen Stoff

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2013 | 07:18 Uhr

Rockstar Udo Lindenberg wollte es allen zeigen: Fans, Kritikern und auch sich selbst. Als der Musiker vor genau fünf Jahren mit dem Album „Stark wie Zwei“ sein Comeback antrat, sprach er noch vom „Tal des Zweifels“, das hinter ihm lag. Acht Jahre lang hatte er keine komplett neue Platte mehr vorgelegt. Von Zweifeln, Skepsis, hohen Erwartungen von außen und von ihm selbst erzählte der in Hamburg lebende Sänger, „der Druck war groß“. Er wollte zurück in die Charts, „endlich wieder das ganz große Ding“.

„Die Wiederauferstehung des Udo Lindenberg“, kündigte damals die „Welt am Sonntag“ an. Genau fünf Jahre später feiert der 66-Jährige den „krönenden Höhepunkt“ – jedenfalls den vorläufigen. Denn seit Lindenbergs Rückkehr reißen die Erfolgsmeldungen aus seiner „Panikzentrale“ in Hamburg nicht ab: Er, der Jahrzehnte zuvor 1973 mit „Alles klar auf der Andrea Doria“ den Durchbruch geschafft hatte, landete mit „Stark wie Zwei“, seinem 34. Studioalbum, das erste Nummer-eins-Album seiner Karriere.

Auch die Aufnahme seines „MTV Unplugged“-Konzerts katapultierte ihn an die Chartspitze. Die jüngste Tour vor einem Jahr wurde zur „größten und spektakulärsten, die wir je gemacht haben“, sagt er. Ein 160 Minuten langer Mitschnitt jener Konzertreise, auf der er im Zeppelin durch die größten Hallen schwebte und allein die Kölner Lanxess-Arena dreimal füllte, ist am Karfreitag mit der DVD „Ich mach mein Ding - Die Show“ erschienen.

„Unfassbar“, sagt Lindenberg, „das waren fünf geile, goldene Jahre“. „Stark wie Zwei“ sei für ihn der „große Gong zur Lebensrunde zwei“ gewesen. Der „Sänger aus Phönixien“, wie er sich selbst taufte, sicherte sich Gold- und Platinauszeichnungen und bekam weitere Echos – 1992 hatte er die Trophäe schon mal erhalten, damals bereits für sein Lebenswerk. Jüngere Kollegen wie Jan Delay und Clueso traten mit ihm in seinen Shows auf, Stefan Raab setzte sich bei „Jonny Controlletti“ und „Sonderzug nach Pankow“ ans Schlagzeug. Inzwischen geht in Berlin auch Lindenbergs eigenes Mauer-Musical „Hinterm Horizont“ über die Bühne, im Sommer dieses Jahres wird sein Panikorchester 40 Jahre alt.

Jetzt wolle er erst einmal ein bisschen durchatmen, erzählt der Musiker. Doch eigentlich sei er ja sowieso immer „aufm Sprung – mit Neugierde und Entdeckergeist“. An wirkliche Ruhe sei nicht zu denken, sagt er. Für einen Film bastle er an einer Story rund um den Kalten Krieg, berichtete Lindenberg jüngst der „Frankfurter Rundschau“. Auch an der „Panik City“ feilt er weiter. Sie soll mehr werden als ein Museum: Der Rockstar plant eine Art Akademie samt Workshops für den Musikernachwuchs. Ein Platz dafür schien im vergangenen Sommer in seiner Wahl-Heimat gefunden, doch noch ist nichts konkret. „Die Panik City ist groß in Plane, aber der Standort muss noch genauer ausgecheckt werden“, formuliert es Lindenberg.

Auf jeden Fall gehört sie zu den Vorhaben, denen er sich nun verstärkt widmen will. Dazu zählt noch ein weiteres Filmprojekt: „,Das Leben des Lindianers’ über den kleinen Matz aus Gronau ist auch ein Spielfilm, den wir vorhaben“, sagt Lindenberg, den sie als kleinen Jungen in seiner Heimatstadt Gronau alle nur „Matz“ riefen.

Auch neue Lieder sollen folgen. „Mit den Antennen unterm Hut neue Spirits auffangen, Eingebungen ausm Weltall für neue Songs“, erklärt er. „Die Fans brauchen neuen Stoff, sonst kommt Entzug.“ Die neue DVD sei ein Höhepunkt jener vergangenen Jahre, die zu den schönsten seines Lebens zählten, aber: „Hinter allen Horizonten gehts weiter.“

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