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16. August 2017 | 19:36 Uhr

Kein Ortsvorsteher : Trügerische Idylle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In Boberow macht sich Resignation breit

Idylle pur am Rande von Boberow, denn im Norden grenzt der Ort an das Rambower Moor und ist über Mellen an den Naturschutzpark Brandenburgische Elbtalaue angeschlossen. Ein Paradies für Naturliebhaber und Touristen, die auch einen Blick in die Gedenk- und Heimatstube „Friedrich Gedike“, die an das Dorfgemeinschaftshaus angrenzt, oder in die gotische Feldsteinkirche, erbaut zu Beginn des 14. Jahrhunderts, werfen können. Beliebt und bekannt natürlich die MoorScheune. Aktiv sind im Dorf der Schützenverein und die freiwillige Feuerwehr.

Klingt alles sehr gut, gebe es da nicht ein Problem. Der Ortsteil Boberow der Gemeinde Karstädt ist der einzige, der seit der Kommunalwahl 2014 keinen Ortsvorsteher mehr hat. Es fand sich kein Bewerber, alle lehnten dankend ab. Und das hat seinen Grund. „Es will keiner mehr in Karstädt den Bittsteller spielen. Der Ortsvorsteher oder Ortsbeirat kann doch sowieso nicht entscheiden“, sagt Helfried Schreiber, der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Boberow, bevor es zur Fusion aller Gemeinden des Amtes Karstädt zur Gemeinde Karstädt im Jahr 2003 kam.

Und bei den Boberowern scheint sich Resignation breit gemacht zu haben. Zu Zeiten als eigenständige Gemeinde gab es heftige Diskussionen, um das, was im Dorf passieren soll und muss. Da hätte man sich ja noch gestritten, heute mache jeder sein Ding. Die Boberower fühlen sich von der Gemeinde allein gelassen, es bewege sich nichts.

Um den Tourismus zu beleben, nimmt die Gemeinde jetzt den Weg-Ausbau um das Rambower Moor mit dem Amt Lenzen/Elbtalaue in Angriff. „Wir unterstützen die Boberower schon nach unseren Möglichkeiten“, sagt Karstädts Bürgermeister Udo Staeck, der nun zusammen mit den Gemeindevertretern Ansprechpartner der Boberower ist. Staeck überlege, dass er vielleicht mal eine Einwohnerversammlung machen sollte, um zu erklären, was die Gemeinde in Boberow vorhat. Zumindest werden derzeit 50 Bäume am Lanzer Weg als Ersatzmaßnahme gepflanzt, wie Staeck sagte.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 10:43 Uhr

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