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23. November 2017 | 05:03 Uhr

"Trennung löst Angst aus"

vom

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2012 | 09:49 Uhr

Es gibt Menschen, die offenbar Tiere horten und sie nicht weggeben können. Der Begriff des "Messie-Syndroms" liegt nahe. Doch was heißt das? Paulina Jasmer sprach mit Dr. Rainer Kirchhefer, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Dietrich-Bonhoeffer Klinikum Neubrandenburg.

Herr Kirchhefer, ab wann spricht man von einem "Messie-Syndrom"?

Kirchhefer: Das Messie-Syndrom ist eine Extremform von einem Sammelzwang. Gegenstände - manchmal auch Unrat - werden gehortet bis eine Verwahrlosung auftritt. Dabei ist denkbar, dass das Sammeln strukturiert oder aber chaotisch erfolgt. Viele Betroffene haben auch starke Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren.

Worin können die Ursachen liegen?

Das Messie-Syndrom tritt oft auf im Rahmen von psychischenErkrankungen - beispielsweise bei Zwangsstörungen, ADHS oder Depressionen. Ursache können auch soziale Vereinsamung und Trennungen sein. Die Menschen umgeben sich mit Dingen, von denen sie sich nicht trennen können. Die Trennung löst starke Angst aus.

Wie ist ihnen zu helfen?

Es ist nicht damit getan zu sagen, dass sie Ordnung halten müssen. Oder ihnen ihr Gesammeltes gar wegzunehmen. Häufig brauchen die Betroffenen eine Psychotherapie, um die individuellen Ursachen des Messie-Syndroms zu bearbeiten. In einigen Städten gibt es auch Selbsthilfegruppen und im Internet Selbsthilfeforen.

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