In Kürze : Transitflüchtlinge und soziale Betreuung

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02. November 2015, 19:55 Uhr

Lage für Transitflüchtlinge angespannt

In Rostock sorgt eine Äußerung von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) über die nach Schweden durchreisenden Flüchtlinge für Irritationen. Nach einem Notruf der Hansestadt am vergangenen Freitag, dass man dem Ansturm nicht mehr gewachsen sei, hatte Caffier am Wochenende mitgeteilt, rechtlich gesehen handele es sich nicht um Asylbewerber, sondern um Transitreisende. Stadtsprecher Ulrich Kunze sagte gestern, auch Bund und Land müssten Verantwortung für diese Menschen übernehmen. „Diese Flüchtlinge sind alles andere als Durchreisende“, sagte Kunze. In den überfüllten Unterkünften seien die Zustände unhaltbar, immer wieder komme es zu Zwischenfällen.

Rostock hat nach Kunzes Worten bislang 2,5 Millionen Euro für die durchreisenden Flüchtlinge ausgegeben. Das Land hat bereits Anfang Oktober erklärt, die Kosten für Unterbringung und Versorgung erstatten zu wollen. Derzeit warten laut Stadt 1640 Menschen auf die Weiterreise. Sieben der zehn Notunterkünfte seien überfüllt. „Wir bräuchten vier bis sechs Tage Ruhe, um wieder in einen normalen Rhythmus zu kommen“, sagte gestern Ulrich Kunze. Man hoffe, dass mehr als 400 Flüchtlinge das Fahrkarten-Kontingent für die Fähren  nutzen und weiterreisen können.

Mehr soziale Betreuung

Flüchtlinge, die in den Städten und Gemeinden in MV ihre erste Wohnung in Deutschland beziehen, werden intensiver betreut. Das Innenministerium hat den Betreuungsschlüssel verbessert, wie eine Sprecherin gestern  mitteilte. Das Land bezahlt nun eine Stunde soziale Betreuung pro Tag für bis zu sieben Menschen. Bisher sei es eine Stunde für zehn Flüchtlinge gewesen. Die neue Regelung ist den Angaben zufolge Anfang November in Kraft getreten. Die Betreuer sollen den Menschen bei der Orientierung in ihrem neuen Lebensumfeld helfen. Das reicht von der Beratung bei Mietfragen und der Begleitung zum Arzt bis zur Erläuterung des Nahverkehrs und der Hausordnung im Mietshaus.

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