Tragisches Wasser-Wochenende in MV

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28. Juli 2008, 07:07 Uhr

Schwerin - Es war eines der bisher sonnenreichsten Wochenenden dieses Jahres. Tausende zog es an die Stände des Landes. Für zwei Kinder aus Schleswig-Holstein und von der Insel Rügen endeten die Bade- und Wasserfreuden in und auf den Gewässern mit dem Tod.

Tragödie am Tollensesee: Es sollte ein schöner Bootsausflug werden. Das kleine Mädchen aus Bad Segeberg war am Samstag zusammen mit ihrem Opa und zwei weiteren Kindern aufgebrochen. Zwei Kilometer von Klein Nemerow am Ostufer des Sees nach Alt Rehse ans Westufer waren die vier unterwegs.

Das dreijährige Mädchen kam dort aber nie lebend an. Aus bisher ungeklärter Ursache fiel die Kleine aus dem Boot und ertrank. Sie trug den Angaben zufolge keine Schwimmweste. Der Großvater, der auch die siebenjährige Schwester des Mädchens und ein zehnjähriges Mädchen an Bord hatte, sprang hinterher und wird seitdem vermisst.

Nach Angaben der Polizei war der Vater der 10-Jährigen – er kommt aus Klein Nemerow (Mecklenburg-Strelitz) – zur Zeit des Unglücks auch mit dem Boot auf dem See. Er habe die Dreijährige geborgen, die aber nicht mehr gerettet werden konnte. Trotz Suche mit Hubschrauber, Wärmebildkamera und Tauchern sei der Großvater noch nicht mehr gefunden worden. Ob die Kinder Rettungswesten trugen, sei nicht klar.

In Schaprode auf Rügen endete das Badevergnügen dreier Mädchen mit einer Katastrophe. Eines des Mädchen war zusammen mit ihren zwei Freundinnen am Freitag an einer Badestelle nahe dem Fähranleger ins Wasser gestiegen als die 14-Jährige plötzlich unterging. Sie tauchte nie wieder auf.

Feuerwehrtaucher konnten nur die Leiche bergen. Nach Angaben der Polizei befindet sich in der Nähe der Badestelle eine für Badende nicht erkennbare Kante zur ausgebaggerten Fahrrinne für die Fährschiffe der Linie nach Hiddensee.

Drama auch auf dem Malchiner See: Dort wird seit Donnerstag ein 66-jähriger Segler aus Bülow im Landkreis Güstrow vermisst. Der Mann, der als erfahrener Segler gilt, allein von Bülow aus zu einer Tour aufgebrochen, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Sonntag in Waren.

Landesweit schon mehr als 20 tödliche Badeunfälle
Die Ehefrau des Mannes habe das Boot später am gegenüberliegenden Ufer bei Dahmen (Kreis Demmin) gefunden, auch die Rettungsweste sei darin gefunden worden. Die Suche nach dem 66-Jährigen laufe noch, sei aber ergebnislos geblieben.

Für einen 73-jähriger Jäger in der Nähe von Sandförde (Landkreis Uecker-Randow) kam am Sonntag indes jede Hilfe zu spät. Er ertrank in der Uecker, als er ein Reh bergen wollte. Zuvor hatte er das Tier angeschossen, das daraufhin in die Uecker lief, wie die Polizei Anklam mitteilte.

Der Jagdhund holte das Tier aus dem Wasser und brachte es zum Ufer. Dort wollte der Jäger das erlegte Reh bergen und fiel dabei in die Uecker. Sein Jagdbegleiter konnte den Mann nicht mehr aus dem Wasser ziehen. Nach vierstündiger Suche bargen Polizei und Feuerwehr den Leichnam des Mannes.

Die Schreckensliste der tödlichen Badeunfälle nimmt kein Ende. Mehr als 20 Menschen kamen in den Gewässern Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr bereits ums Leben, davon mehr als die Hälfte in der Ostsee.

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