Twietfort : Tragisch: Patientin stirbt bei Transport

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Michael-Günther Bölsche

Orkantief „Xaver“ verbreitete Schrecken: Weil der Unterricht ausfiel, blieb Busunfall nahe Goldberg zum Glück ohne schlimmere Folgen. Für eine 82-Jährige kam dennoch nach einem Unfall bei Twietfort jede Hilfe zu spät.

svz.de von
06. Dezember 2013, 22:30 Uhr

Verschneite und spiegelglatte Straßen führten auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust- Parchim am Freitagmorgen zu teilweise massiven Problemen im Berufsverkehr. Die Polizei  war  seit dem frühen Morgen wegen zahlreicher Glätteunfälle und liegen gebliebener Laster im Einsatz. Besonders schwer traf es gegen 9.15 Uhr die Besatzung eines Rettungswagen (RTW) aus dem Müritz-Kreis. Dieser war mit Blaulicht und Sondersignal auf der B 198 in Richtung MediClin Krankenhaus Plau am See unterwegs.

Nach SVZ-Informationen soll der RTW Höhe Twietfort  zwei Lkw überholt haben. Anschließend  fuhr er frontal gegen einen Baum. Der Fahrer (27)  blieb ohne sichtbare Verletzungen, der Notarzt sowie der Rettungsassistent im Wagen wurden dagegen schwer verletzt. Die Patientin (82), die ins Krankenhaus eingeliefert werden sollte, verstarb vor Ort. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger der Dekra hinzugezogen. „Er wird gegebenenfalls auch die Frage zu klären haben, ob die Wetterlage (Sturmtief „Xaver“) den Unfall begünstigte. Hierzu wird unter anderem die im RTW befindliche so genannte Black Box ausgelesen und ausgewertet“, so der Schweriner Staatsanwalt Stefan Urbanek in einer Pressemitteilung. „Die Staatsanwaltschaft hat beim zuständigen Amtsgericht Schwerin die Obduktion der Leiche der verstorbenen Patientin beantragt und wird prüfen, ob der Fahrer des RTW Sorgfaltspflichten verletzt hat, die gegebenenfalls zu dem tragischen Unfallgeschehen geführt haben.“

Für die Zeit der Unfallaufnahme und Bergung war die B 198 voll gesperrt, die Kameraden der Feuerwehren Ganzlin und Plau waren ebenfalls im Einsatz.

Zu einem weiteren Unfall war  es kurz nach 7 Uhr auf der Landesstraße 17 zwischen Diestelow und Goldberg gekommen. Gisbert K. war mit einem Bus der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim auf Linienfahrt (Linie 715) von Lübz über Goldberg nach Schwerin. Kurz hinter Diestelow erfasste eine Windböe den mit etwa 50 km/h fahrenden Bus. „Ich hatte keine Chance und rollte in den zwei bis drei Meter tiefen angrenzenden Streifen und legte mich vor einer Baumgruppe auf die Seite“, so der Fahrer.  Mit ihm waren zwei Fahrgäste im Bus und allen drei ist zum Glück nichts passiert. Durch die Dachluke, die als Notausstieg dient, verließen alle das Fahrzeug. Während einer der Reisenden im Pkw eines Bekannten die Reise nach Goldberg fortsetzte, stieg der andere in einen Ersatzbus, der wenig später bereit gestellt wurde.

Für die Bergungsfirma Scholz aus Parchim war der elf Tonnen schwere Bus etwas zu groß, um ihn aus dem Graben zu hieven. So kam ein 120 Tonnen Kran aus Schwerin zur Hilfe. Doch es dauerte mehrere Stunden, bis der Bus so am Haken hing, dass er sicher wieder auf die Fahrbahn gestellt werden konnte.

Gegen 15 Uhr war die Bergungsaktion beendet und die Vollsperrung konnte aufgehoben werden.  Abteilungsleiter Verkehr und Technik bei der Verkehrsgesellschaft Frank Stockhaus, der die Aktion vor Ort verfolgte, war froh, dass es keine Verletzten gab. „Da schulfrei war, waren keine Kinder an Bord“, so Stockhaus.

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