Tourismusbranche erwartet zu Pfingsten erstes Besucherhoch der Saison

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09. Mai 2008, 12:06 Uhr

Hamburg/Kiel - Nachdem an Ostern vielerorts die Gästebetten in Norddeutschland leer blieben, erwartet die Tourismusbranche zu Pfingsten einen Gästeansturm. Wie eine ddp-Umfrage unter Tourismusexperten ergab, gingen die Buchungszahlen wegen des anhaltend guten Wetters vor allem an der Nord- und Ostseeküste stark nach oben. Im Harz und im Weserbergland werden hingegen viele kurzentschlossene Urlauber erwartet. In Hamburg rechnet Hafenkapitän Jörg Pollmann zum 819. Hafengeburtstag bei Temperaturen bis zu 27 Grad mit „deutlich über einer Million Gästen“.

An der niedersächsischen Nordseeküste herrscht derzeit Optimismus vor. „Ostern war zu früh und zu kalt. Jetzt zieht es die Leute nach draußen“, sagte Ostfriesland-Tourismus-Geschäftsführer Kurt Radtke. Die Stimmung der Urlauber steige mit den Temperaturen. Die Buchungszahlen seien bereits sehr gut. Zwar gebe es hier und da noch freie Plätze, die Touristen müssten bei der Auswahl ihrer Unterkunft aber flexibel sein, sagte Radtke.

Er erwartet, dass besonders die Naturerlebnisangebote wie „Paddel & Pedal“-Stationen auf große Resonanz stoßen. Mit dem Mühlentag am Pfingstmontag gebe es zudem ein spezielles Angebot für Kulturinteressierte.

Mit vielen Pfingsturlaubern rechnet auch die Sprecherin der Marketinggesellschaft Die Nordsee, Katja Klenke. Wegen des guten Wetters hätten sich die Buchungszahlen bereits in der vergangenen Woche stark erhöht. Zwar seien noch Quartiere in allen Kategorien vorhanden, „wir empfehlen aber dringend, vorher bei den Zimmervermittlungen anzurufen“, sagte sie. Besonders auf die Inseln solle man nicht auf gut Glück fahren. Zwar fehle der Tourismusbranche in diesem Frühjahr ein langes Wochenende, weil der Mai-Feiertag und Christi Himmelfahrt auf einen Tag gefallen seien. „Aber abgerechnet wird zum Schluss“, sagte die Touristik-Expertin.

Auch an Schleswig-Holsteins Küsten ist die Auslastung gut. Die Unterkünfte zwischen Nordsee und Ostsee seien zu Pfingsten bereits zu 80 Prozent ausgebucht, sagte die Sprecherin der Tourismus-Agentur, Sabine Natebus, und sprach von einem „Super-Start in die Saison“. Aufgrund des anhaltend trockenen Wetters hofften die Anbieter noch auf zahlreiche Spontanurlauber. Denen rät Natebus aber, sich vorher telefonisch bei der Tourist-Information des Wunschortes nach einer Unterkunft zu erkundigen.

Auf viele Kurzentschlossene setzt auch der Sprecher der Tourismus Marketing Niedersachsen (TMN), Björn Bönsch. „Natur und Bewegung“ sei in diesem Jahr das Motto vieler Pfingsturlauber. Deswegen erwarte er auch viele Ausflügler in der Lüneburger Heide oder radelnde Touristen im Emsland oder im Weserbergland. „Die Städte werden von den Pfingsturlaubern hingegen wenig profitieren“, meinte er.

Zu den aktuellen Auslastungszahlen konnte Bönsch ebenso wie Miriam Fuchs vom Harzer Verkehrsverband keine Angaben machen. Jedoch erwartet man auch im Harz, dass sich viele Urlauber kurzfristig zu einem Ausflug entschließen. Vor allem Fachwerkstädte wie zum Beispiel Goslar könnten sich auf zahlreiche Besucher einstellen, sagte Fuchs.

Während die meisten Tourismusexperten keine Prognosen zu den Urlauberzahlen abgeben wollen, erwartet der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Lüneburger Heide, Ulrich von dem Bruch, für seine Region ein Plus. Hauptanziehungspunkte seien nach wie vor Lüneburg, Celle und die Freizeitparks. Generell sei ein „Trend zu Urlaub im ländlichen Bereich“ festzustellen.

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