Totschlag im Güstrower Obdachlosenheim

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23. Mai 2008, 05:10 Uhr

Güstrow - Zahlreiche Tritte und Schläge, Rippenbrüche auf beiden Seiten – das überlebte ein 51-Jähriger im Güstrower Obdachlosenheim nicht. Donnerstagabend fand ihn ein Mitbewohner tot in seinem Zimmer. Der 31-jährige Oliver N. soll den Toten einen Tag zuvor bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung so schlimm zugerichtet haben. Er hat die Tat bereits gestanden.

Das Obdachlosenheim in der Lagerstraße steht unter Schock. „So einen schlimmen Fall hatten wir noch nie“, sagt Barbara Schäfer von der Volkssolidarität, die das Heim betreibt. Sie räumt allerdings ein, dass es immer wieder Konflikte in dem Haus gäbe, auch übermäßigen Alkoholmissbrauch. Alkohol ist im Obdachlosenheim nicht verboten. Auf das Verbrechen angesprochen, wollte sich gestern vor Ort keiner der Bewohner des Heims gegenüber SVZ äußern. Zurzeit leben in dem Flachbau in der Lagerstraße am Rande der Stadt 31 Bewohner, 29 Männer und zwei Frauen.

Auch der tote 51-Jährige und der Beschuldigte Oliver N. waren seit längerem Bewohner des Obdachlosenheims. Anonym war das Güstrower Polizeirevier, das in unmittelbarer Nähe des Tatorts liegt, am Donnerstag über die Gegensprechanlage von der Straftat informiert worden. Der Beschuldigte wurde zunächst vorläufig festgenommen. In der Vernehmung gestand er die Tat. Das Amtsgericht Rostock erließ gestern auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen Oliver N. wegen dringenden Tatverdachts des Totschlags. Die Ermittlungen zu den weiteren Tatumständen dauern an.

Fest steht, so die Staatsanwaltschaft Rostock, dass der 51-Jährige aufgrund seiner schweren Verletzungen verstarb, die ihm Oliver N. einen Abend zuvor bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zugefügt haben soll.

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