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26. September 2017 | 20:21 Uhr

Totes Frühchen aus Uni-Klinikum verschwunden

vom

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2011 | 08:22 Uhr

Greifswald | Ein totgeborenes Frühchen ist aus dem Uni-Klinikum Greifswald verschwunden. Die Leiche des Jungen ging offenbar durch eine Panne verloren. Das Verschwinden des toten Kindes aus der Kühlzelle der Klinik fiel erst auf, als ein Bestatter es am 8. November zur Beerdigung abholen wollte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Störung der Totenruhe. Der erste Verdacht richte sich gegen Mitarbeiter einer Reinigungsfirma, die die Leiche versehentlich als Müll entsorgt haben könnten, sagte der Stralsunder Oberstaatsanwalt Ralf Lechte gestern. Das Klinikum reagierte mit Bestürzung auf den Vorfall. Er sei persönlich sehr betroffen, sagte der Ärztliche Direktor Marek Zygmunt. Für die Eltern sei es schon schlimm genug, ein Kind zu verlieren. Der Vorstand habe sich bereits in aller Form bei den Eltern entschuldigt, sagte Zygmunt.

Die Klinik hat erst sechs Tage nach dem Vorfall das Verschwinden der Babyleiche öffentlich gemacht. Die Zurückhaltung begründete sie damit, dass sie auf Wunsch der 24-jährigen Mutter und aus Pietät bisher von der Information der Öffentlichkeit abgesehen habe. Das Baby war in der 29. Schwangerschaftswoche tot zur Welt gekommen.

Das Kind wurde nach Angaben aus Ermittlerkreisen bereits am 14. Oktober geboren. Der Leichnam sei in ein Laken gewickelt und dann in die Kühlzelle gelegt worden. Dort habe ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma das Bündel am 25. Oktober entdeckt, offenbar nicht wissend, dass darin eine Leiche lag. Einen Tag später sei das Bündel zum Sondermüll gebracht worden. Sollte sich herausstellen, dass die Leiche tatsächlich versehentlich entsorgt wurde, könnte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe einstellen, sagte Lechte.

Das Klinikum kündigte eine "intensive Überprüfung" seiner Sicherungsmaßnahmen an. Auch werde nach einer würdevollen Form gesucht, in der die Eltern sich von ihrem Kind verabschieden können. Vor einem Monat war aus einer Klinik in Hamburg die Leiche eines totgeborenen Jungen gestohlen worden. Ein Diebstahl wird in Greifswald nach bisherigem Stand ausgeschlossen.

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