Toter Zehnjähriger: Es war Brandstiftung

Der zehnjährige Junge aus Parchim musste sterben, weil ein Brand- stifter das DRK-Heim anzündete. Das Feuer wurde "vorsätzlich", der Tod "fahrlässig" herbeigeführt, so die Staatsanwaltschaft gestern. Während die Parchimer um das Kind trauern, startet die Kriminalpolizei die Fahndung nach dem Täter.

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13. November 2008, 08:30 Uhr

Parchim/Schwerin | Seit der Tragödie vom Wochenende suchten die Brandexperten der Kripo nach der Ursache für das Feuer, schichteten Schutt in der Stadtvilla um, warteten auf Laboranalysen. Dann war es traurige Gewissheit: Es war kein Unfall. Das Feuer ist auf Brandstiftung zurückzuführen, wie die Staatsanwaltschaft Schwerin gestern auf Anfrage mitteilte. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Brandlegung mit Todesfolge eingeleitet", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Christian Pick gegenüber unserer Zeitung. Die bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin ließen diesen Schluss zu. Pick sagte weiter, dass der "Tod fahrlässig herbeigeführt wurde, der Brand aber Vorsatz sei". Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er aber derzeit keine weiteren Angaben zur Brandursache und zum Entstehungsort machen. Nach Recherchen unserer Zeitung vor Ort ist zu vermuten, dass der Brand im unteren Eingangsbereich gelegt worden sein könnte.

Der Tatort ist zu einem Ort der Trauer geworden. Kinder legten an dem Haus Zeichnungen und Kerzen ab, um an den Zehnjährigen zu erinnern, der zunächst gerettet werden konnte, seinen schweren Rauchgasverletzungen aber später erlegen war. Ein 17-Jähriger, der mit leichten Brandverletzungen ins Krankenhaus kam, konnte dieses wieder verlassen.

Die Notaufnahme für Kinder, die sich im Brandhaus befand, bezieht heute neue Räume, die ihr von der örtlichen Wohnungsbaugesellschaft Wobau kostengünstig zur Verfügung gestellt wurden. Die Einrichtung stammt zum Teil aus Spenden. So hat eine Schweriner Familie eine komplette Küche gestiftet.

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