Tödlicher Baumunfall bleibt rätselhaft

Die Experten arbeiten auf Hochtouren, aber noch weiß niemand genau, warum ein 27-jähriger Autofahrer vor zwei Wochen gegen einen Baum raste und dabei ums Leben kam. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Parchim ist dagegen im Januar-Vergleich deutlich zurückgegangen.

von
03. März 2008, 06:09 Uhr

Parchim - Der tragische Unfall sorgt bis heute für Entsetzen. Am 20. Februar morgens gegen 7 Uhr war ein 27-jähriger Berliner mit einem gemieteten Mini zwischen Crivitz und der B 104 frontal gegen einen Baum gerast. Feuerwehr, Notarzt und Polizei versuchten den Eingeklemmten zu befreien. Aber für den Mann kam jede Rettung zu spät.

Bis heute ist nicht genau geklärt, wie es zu der tragischen Kollision kommen konnte. Fakt ist, die Straße zieht sich an der Unfallstelle schnurgerade durch die Landschaft. Polizeioberkommissar Jürgen Kalkhorst vom Sachbereich Einsatz der Parchimer PI fasst die Erkenntnisse zusammen: „Es gibt keine Blockierspur auf der Fahrbahn.“ Experten der Polizei und der Dekra forschen dennoch weiter nach möglichen technischen Ursachen.

Fest steht, der junge Mann war aus Crivitzer Richtung gekommen. In Höhe Abzweig Wendorf raste er dann gegen den Baum, die Tachonadel blieb bei 180 stehen. Das allein ist aber kein Beweis für die Aufprallgeschwindigkeit. „Über hundert waren es auf jeden Fall“, ist sich Jürgen Kalkhorst sicher. Eine Annäherung auf plusminus 20 Stundenkilometer können die Experten zum Beispiel an der Wurfweite des gesplitterten Glases ermitteln. Warum der Berliner aber an dieser Stelle ohne zu bremsen genau mittig auf den Chausseebaum prallte, bleibt Spekulation. War es ein Liebesdrama, hatte der Mann vielleicht persönliche Probleme oder ist er schlichtweg eingeschlafen? Alles ist offen.

Trotz dieses dramatischen Unfalls scheint das Verkehrsgeschehen im Bereich der Parchimer Polizeiinspektion eine erfreuliche Entwicklung zu nehmen. Die Zahl der Verkehrsunfälle auf den Straßen ging im Vergleich zum Vorjahr um 19 zurück. Im Januar 2007 mussten die Polizeibeamten noch 274 Unfälle registrieren, im laufenden Jahr waren es nur 255. Auch die Zahl der von alkoholisierten Fahrern verursachten Kollisionen ging um zwei zurück.

Dass die milde Witterung Ursache für diesen erfreulichen Trend ist, mag der Leiter der Parchimer PI Kriminaloberrat Ulf Claassen, nicht ausschließen. Die Ordnungshüter attestieren den Parchimern aber, sich an den wenigen Frosttagen verantwortungsvoll verhalten zu haben. Polizeihauptkommissar Hans-Jürgen Stenzel: „Die Autofahrer haben sich auf glatte Straßen eingestellt.“

Wenig verantwortungsvoll verhalten sich gestandene Männer, die mit so genannten Pocketbikes umherknattern. Abgesehen davon, dass es lächerlich aussieht, wenn sie sich auf miniaturisierte Motorräder schwingen, es ist „kreuzgefährlich“, wie PI-Chef Ulf Claassen warnt. Sein Urteil: „Total gefährlicher Technikschrott.“ Für den öffentlichen Straßenverkehr sind die bis zu 100 km/h schnellen Dinger ohnehin nicht zugelassen. Wer dort damit erwischt wird, muss wissen, dass er kein Kavaliersdelikt begeht. Ulf Claassen: „Das ist eine strafbare Handlung.“ Auf jeden Fall wird eine Anzeige aufgenommen. Aber auch wer „nur“ auf dem Acker mit den Pocketbikes rast, spielt mit seinem Leben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen