SchoCKIERENDE StatistiK : Todesstraßen in Ostprignitz-Ruppin

Der Crash mit dem Baum endet für viele Autofahrer in Brandenburg tödlich.
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Der Crash mit dem Baum endet für viele Autofahrer in Brandenburg tödlich.

Zahl der Verkehrsunfälle pro Einwohner brandenburgweit am höchsten

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23. Juli 2014, 23:09 Uhr

Auf Brandenburgs Straßen sind im vergangenen Jahr mehr Menschen schwer verletzt und getötet worden als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt stieg an. Besonders groß ist die Unfalldichte in Ostprignitz-Ruppin, wie aus aktuellen Zahlen des Amtes für Statistik hervorgeht.

Auf 1000 Einwohner kamen in Ostprignitz-Ruppin im vergangenen Jahr 39,2 Verkehrsunfälle. Somit ist die Unfalldichte dort größer als in jedem anderen Landkreis Brandenburgs. Zum Vergleich: Im südlichen Elbe-Elster waren es 28,1 Unfälle – die wenigsten. In der Prignitz waren es 34,9 – ein Platz im Mittelfeld.

Auch in Bezug auf die Zahl der Verunglückten ist Ostprignitz-Ruppin trauriger Spitzenreiter. Die Statistiker zählten in dem nordwestlichen Landkreis 5,5 Verunglückte bezogen auf 1000 Einwohner. Der Barnim folgt mit 5,2 – in Elbe-Elster waren es 3,1. Die Polizei kann nur mutmaßen, warum Autofahrer in Ostprignitz-Ruppin besonders gefährlich leben. „Schlüssige Begründungen dafür gibt es nicht“, sagt Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord. „Wir nehmen aber an, dass der sogenannte Querverkehr dabei eine Rolle spielt.“ Viele Autofahrer würden den mit knapp 100 000 Einwohnern eher bevölkerungsarmen Landkreis zur Durchfahrt nutzen und zum Beispiel über die Autobahn 24 von Berlin nach Hamburg fahren.

Unfallexperte Ingolf Niesler vom Polizeipräsidium in Potsdam spricht in diesem Zusammenhang von Unfallhäufungsstellen, die jedoch nur etwa fünf Prozent aller Verkehrsunfälle im Land ausmachten. „Vielmehr haben wir ein Flächenproblem“, erläutert Niesler. Zu den Unfallschwerpunkten gehören ihm zufolge insbesondere Brandenburgs Alleen. „Baumunfälle sind eines unserer größten Probleme“, berichtet der Verkehrsexperte.

Seit einigen Jahren gilt auf besonders gefährlichen Alleen ein Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde. Allerdings konnte das Problem nicht entschärft werden. Im vergangenen Jahr starben 170 Menschen auf Brandenburgs Straßen – 34 mehr als im Jahr zuvor. Hauptursachen für tödliche Verkehrsunfälle waren überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand, Missachtung der Vorfahrt und Alkohol.

Seit einigen Monaten registriere die Polizei wieder mehr Trunkenheitsfahrten, berichtet Niesler. Geschwindigkeit und Alkohol blieben im Fokus der Kontrollen. Auch die Zahl der Unfälle insgesamt stieg im vergangenen Jahr an: von 80 854 auf 81 165. Die Zahl der Verletzten ging von 10 493 leicht auf 10 459 zurück, allerdings stieg die Zahl der schwer Verletzten von 2473 auf 2487.

Wie in den Vorjahren zeigt sich somit erneut ein Gegensatz: Während das Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden, im bundesweiten Vergleich mit 417 Verunglückten je 100 000 Einwohner unterdurchschnittlich ist, ist das Land mit 69 Verkehrstoten je eine Million Einwohner trauriger Spitzenreiter.

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