Tierheime nach Weihnachten überfüllt

Hündin Anny wurde im Dezember in schlimmem Zustand im Tierheim Schlage aufgenommen. Foto: nsch
Hündin Anny wurde im Dezember in schlimmem Zustand im Tierheim Schlage aufgenommen. Foto: nsch

von
04. Januar 2008, 10:32 Uhr

Rostock - Die Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern sind regelmäßig zu Jahresbeginn überfüllt. Zu den Neuankömmlingen gehören nicht nur ausgesetzte Tiere, die ohne Hilfe in der Kälte nicht überleben könnten, sondern auch unbedachte "Weihnachtsgeschenke", wie der Vorsitzende des Landestierschutzbundes Dietmar Bonny sagte. Oft lasse das Interesse an dem neuen Haustier schon nach wenigen Tagen nach oder es werde nicht von allen Familienmitgliedern akzeptiert. Mitunter reiche es auch, wenn das Tier nicht stubenrein sei oder beim Eingewöhnen Schäden im Haushalt anrichte, dass es in Auffangstationen gegeben werde, sagte Bonny.

Dabei warnen die Tierschützer regelmäßig davor, Tiere zu verschenken. Speziell Kindern sollte ihr Wunsch nach einem Tier erst nach guter Vorbereitung und gemeinsamer Planung erfüllt werden. Vergessen werden dürfe nicht, dass mitunter erhebliche Kosten durch die Haltung eines Tieres entstünden, sagte Bonny. Für Käfige, Zwinger, Zubehör und Futter müssten monatlich durchschnittlich bis zu 100 Euro veranschlagt werden. Zusätzliche Kosten entstehen mit der möglichen Erkrankung eines Tieres. Viele Familien hätten dieses Geld nicht übrig.

In den Tierheimen des Landes warten bereits jetzt rund 3000 Tiere auf ein neues Zuhause. Für viele sei eine erfolgreiche Vermittlung nahezu ausgeschlossen, sagte Norbert Schlösser vom größten Tierheim des Landes in Rostock-Schlage. Zunehmend würden auch alte oder kranke Tiere ausgesetzt, deren Halter die teure Behandlung nicht mehr zahlen wollen oder können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen