Theater zwischen den Stühlen

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Die Regelung der Landeszuschüsse zur Theaterfinanzierung läuft 2009 aus. Der Aufsichtsrat des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin hat sich deshalb mit einem Schreiben an alle demokratischen Fraktionen im Landtag und in der Stadtvertretung mit der Bitte um Unterstützung gewandt, um langfristig Planungssicherheit zu bekommen.

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31. Januar 2008, 08:35 Uhr

Schwerin - „Am besten wäre, wenn das Land Mecklenburg-Vorpommern Gesellschafter der Theater gGmbH werden würde“, sagt Aufsichtsratsmitglied Manuela Schwesig. Dass solch eine Variante möglich und sinnvoll sei, würden Beispiele aus anderen Bundesländern wie Thüringen mit dem Theater Weimar und Niedersachsen mit dem Theater Hannover belegen.

Aber ganz abgesehen davon sei ein stärkeres Engagement des Landes bei der Finanzierung des Staatstheaters unumgänglich, meinen alle neun Mitglieder des Aufsichtsrates, Holger Klische, Manuela Schwesig, Marleen Janew, Andreas Fritsch, Dietrich Monstadt, Thorsten Mönnich, Hermann Junghans, Silvio Horn und Andreas Lange. „Insgesamt erweist sich das Mecklenburgische Staatstheater mit der Attraktivität des Hauses und hohen künstlerischen Leistungen als kulturelles Zentrum des Landes“, heißt es in ihrem gemeinsamen Schreiben.

Schwierigkeiten indes würde es langfristig gesehen bei der Finanzierung als städtisches Theater geben. Die Aufsichtsratsmitglieder verweisen in diesem Zusammenhang zunächst auf die Einsparungen, die das Theater aus eigener Kraft in den vergangenen Jahren geschafft hat – seit 1990 wurden rund 200 Stellen abgebaut – und die Erhöhung der Einnahmen durch vergleichsweise ungewöhnlich hohe Besucherzahlen. In der vergangenen Saison waren es rund 200 000 – und das in einer Stadt mit nur 95 000 Einwohnern. Hinzu komme das außerordentlich große bürgerschaftliche Engagement mit diversen Spendenaktionen der Gesellschaft der Theaterfreunde, der Gründung der ersten Bürgerstiftung an einem deutschen Theater, Spenden der Besucher und mehr. „Was das Mecklenburgische Staatstheater leisten konnte, wurde geleistet. Mehr ist nicht möglich. Die Ressourcen sind erschöpft“, konstatieren die Aufsichtsratsmitglieder.

Daraus ableitend formulieren sie die Bitte, bei der 2009 anstehenden Neuverteilung der Mittel, die das Land nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) erhält, stärker als bisher das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin zu berücksichtigen, „eventuell in Zusammenhang mit Finanzierungsmöglichkeiten durch die umliegenden Kreise“. Denn deren automatische Einbindung in die Kultur-Finanzierung einer möglichen kreisangehörigen Stadt Schwerin ist nach der neuen Variante der Kreisgebietsreform vom Tisch.

Über die Aussichten, ob das Land Gesellschafter der gemeinnützigen Theater-GmbH werden könnte, wollte sich Regierungssprecherin Marion Zinke noch nicht abschließend äußern. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dazu noch keine Aussage treffen, weil sich das Konzept für die künftige Theaterstruktur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und deren Finanzierung derzeit noch in der Abstimmung befindet“, sagte Regierungssprecherin Marion Zinke.

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