Tee, Wein und Reuters Fritzen

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Einmal im Monat bietet Heidi Harms eine Musiksession auf ihrem Hof in Nesow. Wer will, kann mit anderen Musikern zusammen spielen. Jedes Mal bildet sich so eine neue Band.

svz.de von
06. März 2008, 03:42 Uhr


---- Gemütlich ausgelassene Probenraumstimmung auf dem Storchenhof -----

---- Musiksession am ersten MittwochJeden ersten Mittwoch im Monat bietet Heidi Harms Musikern auf ihrem Storchenhof in Nesow Dorf die Möglichkeit, frei und unvorbereitet mit anderen zu musizieren. Jeder, der ein akustisches Instrument spielt, kann es mitbringen. Los geht die Session immer um 20 Uhr. Informationen gibt es auch auf www.country-culture.de. ---

Nesow Dorf liegt im Dunkeln am Mittwochabend und Heidi Harms zündet in der Bauernküche ihres Storchenhofes ein Teelicht nach dem anderen an. „Das gibt schönes Licht und es wird sogar wärmer“, sagt sie, denn der kalte Wind und die gesunkenen Temperaturen sind in dem alten Bauernhaus deutlich zu spüren. „Deswegen mach ich den Abend auch nicht auf der Diele, und hier ist es sowieso gemütlicher“, sagt sie und fängt an Wasser für Tee zu kochen. Der wird hier aus gesammelten und selbst getrockneten Kräutern oder Früchten aufgebrüht. „Das schmeckt einfach viel besser, als aus dem Beutel“, sagt Heidi Harms und schenkt ein, nachdem der Tee gezogen ist und sich erste Blätter in der Kanne gen Boden senken. Seit einer halben Stunde sollte eigentlich ein Musikabend auf dem Storchenhof begonnen haben, aber bisher tut sich noch nichts.
Musikertreff an jedem
ersten Mittwoch im Monat Da klopft es mit einem Mal an die Glastür der Bauernküche, ein bärtiger Mann mit langen blonden Haaren schaut herein und fragt: „Sind wir richtig hier?“ Klar sind sie richtig. Roland Zech ist der Mann mit dem Bart und er gehört zur Klützer Band „Reuters Fritzen“. Übers Internet hatten sie erfahren, dass Heidi Harms jeden ersten Mittwoch im Monat einen Musikabend für Nachwuchs- und Hobby- und alle anderen Musiker anbietet. In dieser Woche zum zweiten Mal. „Da sind wir losgefahren, um uns das mal anzugucken“, sagt Boris. Er ist für die Trommeln und Percussion bei „Reuters Fritzen“ zuständig, spielt Gitarre und singt auch.
Doch erstmal bietet Heidi Harms allen etwas zu trinken an und man lernt sich bei Tee, Rotwein und Bier näher kennen, gab es bisher doch nur Kontakt übers Internet. Dabei ist die Klützer Band mit ihren plattdeutschen Liedern schon beim Klosterfest in Rehna aufgetreten. Dann ist genug geplaudert. Thomas, befreundeter Gitarrist und Ex-Mitglied der Band, hat die Unterhaltung stimmungsvoll mit der Gitarre untermalt, die „Fritzen“ Roland und Bärchen greifen ebenfalls zu ihren Klampfen und lümmeln sich aufs Sofa, während Boris an seiner Trommel ins Spiel einsteigt.
Als dann die Frauen im Raum, einschließlich Heidi Harms bei „Wild World“ von Beth Orton leise beginnen, mitzusingen, entfährt es Boris: „Ja, stimmt! Backgroundgesang können wir noch gut gebrauchen.“ Und während mit Markus Freudenberg ein weiterer Musiker mit Flöten und einem mongolischen Oboen-Instrument eingetroffen ist, greifen „Reuters Fritzen“ nach englischsprachigen Klassikern auf ihr eigenes Repertoire zurück. „Wir üben jetzt den neuen Welthit. Den nehmen wir morgen auf“, kündigt Boris an. Und mit dem Refrain „Süße, wir fahren mit der Schwalbe an die Ostsee“, werden tiefe Gefühle für eine Frau und die Liebe zur Heimat am Strand offenbart.
Junge Musiker können von
Erfahrenen lernenDann steigt auch Markus Freudenberg mit ein. Die Tonart ändern alle anderen nach seinem außergewöhnlichen Blasinstrument. „Es kommt aus der Mongolei, klingt ähnlich wie eine Oboe, hat aber ein ganz anderes Mundstück“, beschreibt er. So kommen in der Musiksession auf dem Storchenhof Gitarristen und Trommler auch mal dazu mit etwas außergewöhnlicheren Instrumenten zusammen zu spielen.
„Für jüngere Musiker ist es auch eine gute Gelegenheit, von Älteren oder Erfahreneren etwas zu lernen oder sich etwas abzuschauen“, sagt Heidi Harms. Und auch das Publikum kann bei diesen Abenden davon ausgehen, ein Überraschungsprogramm geboten zu bekommen, bei dem auch viel gelacht wird.
„Wir haben etwas ähnliches vor Jahren in Boltenhagen gemacht und konnten uns irgendwann vor Publikum kaum noch retten, und es war immer schön mit unterschiedlichen Leuten Musik zu machen“, erzählt Roland bei Heidi Harms, die für den nächsten Abend im April noch auf die Suche nach weiteren Musikern in der Region geht.

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