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25. November 2017 | 06:55 Uhr

SVZ-Leser: Lob und Tadel für die Versorgung

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 11:30 Uhr

Was macht die Heimat lebenswert? Zahlreiche SVZ-Leser beantworteten den Fragebogen in unserer großen Serie, mit der wir herausfinden wollen, wie zufrieden die Menschen mit ihrem Wohnort sind. Eine große Rolle spielt dabei auch die Versorgung der Bevölkerung.

Das Votum der Umfrage-Teilnehmer für den Bereich der medizinischen Versorgung ist eindeutig: 21 Prozent der Leser bewerten das medizinische Angebot mit der Note "sehr gut", 41 Prozent empfinden es als gut. Für weitere 21 Prozent ist die Versorgung durch Ärzte befriedigend. Eine Einschätzung, die Dr. Dirk Rappenberg, Allgemeinmediziner in Roggendorf, teilt. "Ich denke, dass wir in diesem Bereich momentan noch gut aufgestellt sind. Es gibt mehrere Hausärzte und einige Fachärzte. Allerdings dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass sich dies schnell ändern kann und müssen frühzeitig erkennen, wenn Lücken entstehen, damit die Versorgung jederzeit sichergestellt ist, sowohl haus- als auch fachärztlich." Er stelle sich die Frage, was in zehn Jahren sei.

"Was passiert, wenn mehrere Kollegen in den Ruhestand gehen? Schon jetzt gibt es Ärzte, die weiter arbeiten um die Versorgung sicher zu stellen, obwohl sie eigentlich das Rentenalter erreicht haben." Wichtig, erklärt Rappenberg, sei eine medizinische Versorgung, die die Schwerpunkte der Bedürfnisse der Menschen vor Ort abdecke. "Es gibt Erkrankungen, die weiter in den Vordergrund rücken, wie Erkrankungen des Bewegungsapparates. Ein Orthopäde vor Ort beispielsweise würde der Region gut tun." Auch die Schließung der psychotherapeutischen Praxis in Gadebusch sei ein großer Verlust. "Da auch diese Art der Erkrankungen zunehmen, entsteht hier eine Riesen-Lücke".

Das Thema "Fachärzte vor Ort" beschäftigt auch viele Teilnehmer unserer Umfrage. Die Grundversorgung, schrieben mehrere Leser auf ihre Fragebögen, sei gewährleistet, Fachmediziner jedoch fehlten ihnen. Andere erklärten, dass sie die medizinische Versorgung als völlig ausreichend empfinden. "Wir haben alle Ärzte, die man braucht", heißt es von einem Leser, "Ärzte gibt es genug", von einem anderen. Anders stellt sich die Situation in vielen kleinen Dörfern dar: In ihrem Dorf gebe es keinerlei ärztliche Versorgung, zum Hausarzt müssten sie in die nächste Stadt fahren, notfalls mit dem Taxi, lautete das Fazit mehrerer Leser.

Ein weiteres wichtiges Thema für die Umfrageteilnehmer sind in diesem Zusammenhang die Wartezeiten bei den Ärzten. Das weiß auch Dr. Dirk Rappenberg. "Dennoch kriegen wir Notfälle immer versorgt. Das ist mir wichtig und da klemme ich mich auch hinter" - auch wenn das für den 39-jährigen Landarzt mitunter lange Tage bedeutet. "Neben meiner Sprechstunde mache ich Hausbesuche auf festen Touren sowie Notfall-Hausbesuche", erklärt er. Mit einem Acht-Stunden-Tag sei dies nicht zu schaffen. Dennoch: Der Allgemeinmediziner wollte aufs Dorf und schätzt seine Arbeit. "Es war und ist mir wichtig, einen festen Patientenstamm zu haben, Familien-Medizin zu betreiben und nicht nur Überweisungen und Rezepte zu schreiben."

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