Sturmtief "Daisy" verursacht Millionenschäden

Räumen am Stralsunder Rathaus. dpa
Räumen am Stralsunder Rathaus. dpa

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12. Januar 2010, 10:04 Uhr

Schwerin/Stralsund | Auf die Kreise und die Kommunen kommen durch die Schneeräumungen infolge des Sturmtiefs "Daisy" immense Kosten zu. "Das geht in die Millionen", sagte Klaus-Michael Glaser vom Städte- und Gemeindetag in Schwerin. Es sei aber noch zu früh für eine genaue Kostenaufstellung. Klar sei jedoch, dass die klammen Stadtkassen durch Personalkosten sowie durch Technik- und Salzeinsatz weiter stark belastet würden. Zudem müssen die Kommunen in diesem Jahr mehr Geld für Streusalz ausgeben als in den milderen Vorjahren.

Das Land, das für die Beräumung der Landesstraßen und im Auftrag des Bundes für die Beräumung der Bundesstraßen und Autobahnen zuständig ist, übernehme den Winterdienst für die sechs Landkreise Bad Doberan, Nordvorpommern, Rügen, Uecker-Randow, Müritz und zum Teil Ostvorpommern, hieß es vom Verkehrsministerium. Für die Arbeiten erhielten die Kreise nach dem Winter eine Rechnung vom Land, sagte eine Sprecherin.

Im Landkreis Ostvorpommern, der als einziger Katastrophenalarm ausgerufen hatte, können die Kosten frühestens in zwei Wochen bilanziert werden. Der Landkreis rechnet mit zusätzlichen Personalkosten, aber auch Reinigungskosten für Decken, die an Fahrer liegengebliebener Autos verteilt wurden. Bei den Arbeiten von Einsatzkräften wie dem Technischen Hilfswerk oder Feuerwehren müsse genau geschaut werden, wer den Einsatz in Auftrag gegeben hat, sagte Kreissprecher Christoph Krohn. Im am stärksten von Sturmtief "Daisy" betroffenen Gebiet sind inzwischen wieder alle Ortschaften mindestens über eine Straße erreichbar.

Streusalz aufgebraucht - Straßen bleiben glatt

Der Winter dauert an und den ersten Kommunen ist das Streusalz ausgegangen: Während das Land dem Verkehrsministerium zufolge über ausreichend Vorräte verfügt, wurde in Schwerin am Dienstag nur noch mit Splitt abgestumpft. In der Landeshauptstadt ereigneten sich allein am Vormittag laut Polizei 27 Unfälle. "Die Straßen sind sehr, sehr schlecht beräumt", kritisierte ein Polizeisprecher. In Greifswald werden seit Ende voriger Woche Streusalz-Restbestände mit Kies gestreckt.

Auf den meisten Straßen des Landes normalisierte sich drei Tage nach dem Sturmtief die Lage weiter. Das letzte Stück der A 20 wurde am Dienstagmorgen freigegeben, nachdem sich dort seit Sonntag Schneefräsen durch meterhohe Schneewehen gearbeitet hatten. Einschränkungen gibt es weiterhin im Zugverkehr. Die Strecken Stralsund-Greifswald-Pasewalk und Neubrandenburg-Güstrow bleiben weiter wegen Schneeverwehungen gesperrt. Betroffen ist davon auch die Intercity-Verbindung Berlin-Stralsund, die Züge werden umgeleitet. Drei Züge, die während "Daisy" im Schnee stecken geblieben waren, sind inzwischen freigeschaufelt. Die Schulbusse sollen von Mittwoch an wieder in allen Landkreisen fahren.

Wegen des Dauerfrostes wurden die ersten Ostsee-Randgewässer für die Schifffahrt geschlossen. Betroffen sind das Kleine Haff, der südliche Peenestrom und der Peenefluss zwischen dem vorpommerschen Festland und der Insel Usedom, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock mitteilte. Dort sei das Eis inzwischen 10 bis 15 Zentimeter stark.

Der Schnee-Krisenstab der Landesregierung beendete am Dienstag seine Arbeit. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dankte den Einsatzkräften, die seit Sonntag rund um die Uhr im Einsatz waren, um mehr als 300 Menschen aus feststeckenden Autos und Zügen zu befreien und um ihnen mit Decken, Notunterkünften und warmen Getränken zu helfen. "Ihnen allen ist es zu verdanken, dass durch den massiven Wintereinbruch keine Menschen schwer verletzt wurden oder gar zu Tode gekommen sind", sagte Caffier.

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