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24. November 2017 | 19:28 Uhr

Stück mit drei Planeten und Mond

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der ersten Maihälfte bieten Jupiter, Mars und Saturn ein hübsches Schauspiel

Drei helle Planeten beherrschen den Abendhimmel im Mai. Nach Einbruch der Dunkelheit leuchtet am Westhimmel ein heller, weißer Lichtpunkt auf – der Planet Jupiter. Am 4. erhält der Riesenplanet Besuch vom Mond. Die schmale Sichel des zunehmenden Mondes zieht südlich, also unterhalb an Jupiter vorbei, ein hübscher Himmelsanblick gegen 22 Uhr. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück.

Auch Mars lenkt als auffällig helles Gestirn die Blicke auf sich. In der fortgeschrittenen Abenddämmerung sieht man den roten Planeten schon relativ hoch im Südosten im Sternbild der Jungfrau. Im Laufe des Monats wird Mars deutlich lichtschwächer, da sich die Erde von ihm entfernt.

Saturn kommt am 10. im Sternbild Waage in Opposition zur Sonne. Der ringgeschmückte Planet steht am irdischen Firmament somit der Sonne gegenüber. Wenn sie untergeht, erscheint Saturn am Osthimmel. Seine höchste Stellung erreicht er um etwa 1 Uhr Sommerzeit. Morgens geht Saturn dann mit Tagesanbruch im Westen unter. Es lohnt sich, einmal Saturn durch ein Teleskop zu betrachten. Sein Ringsystem ist gegenwärtig weit geöffnet. Man sieht auf die Nordseite der Ringe und ebenso auf die Nordhalbkugel des Saturn. Ohne Teleskop zeigt sich Saturn nur als gelblicher Lichtpunkt.

Saturn ist fast zehnmal so weit wie die Erde von der Sonne entfernt. Knapp 30 Jahre ist er unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Vor Erfindung des Fernrohres galt Saturn als sonnenfernster Planet. Inzwischen kennt man die Planeten Uranus und Neptun, die jenseits der Saturnbahn um die Sonne laufen. Saturn rotiert sehr schnell. Ein Saturntag ist nur zehn Stunden und 40 Minuten lang. Wegen seiner raschen Rotation ist die Saturnkugel am stärksten von allen Planeten abgeplattet. Die Saturnkugel wird von einer dichten Atmosphäre aus Wasserstoff, Helium, Methan und Ammoniak eingehüllt. Man blickt auf die Wolkenobergrenze seiner dichten Gashülle. Schon in einem Fernglas ist Titan, der Riesenmond des Saturns, zu erkennen. Mit 5150 Kilometern Durchmesser ist er deutlich größer als Merkur, der kleinste und sonnennächste Planet. Merkur zeigt sich in der zweiten Maihälfte am Abendhimmel knapp über dem Nordwesthorizont. Es ist die günstigste Abendsichtbarkeitschance des ganzen Jahres. Wer noch nie Merkur gesehen hat, sollte versuchen diesen kleinen Planeten einmal in der Abenddämmerung zu finden. Mit 23 Grad erreicht Merkur am 25. seinen größten östlichen Winkelabstand von der Sonne.

Die strahlend helle Venus kann am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang gesehen werden. Anfang Mai erscheint sie gegen 5 Uhr, zu Ende des Monats bereits um 4 Uhr am Osthimmel.

Im Mai tauchen die Sternschnuppen des Aquaridenstromes auf. Die Meteore dieses Stromes scheinen dem Sternbild Wassermann zu entströmen, das lateinisch Aquarius heißt. Die meisten Sternschnuppen sind in der Nacht um den 6. zu erwarten. Da der Wassermann in unseren Breiten recht tief steht, bekommen wir nur einen Bruchteil aller Aquariden zu sehen.

Am 14. tritt im Sternbild Waage die Vollmondphase um 21.16 Uhr ein. Knapp nördlich vom hell glänzenden Vollmond sieht man den Ringplaneten Saturn. In Neumondposition kommt der Erdtrabant am 28. um 20.40 Uhr. Mit 404 320 Kilometern Entfernung befindet sich der Mond am 6. in Erdferne. In Erdnähe kommt er am 18. mit 367 100 Kilometer Distanz.

Steil über unseren Köpfen erblickt man den Großen Wagen. Der Große Wagen bildet mit seinen sieben Sternen einen Teil des Großen Bären, nämlich Schwanz und Schinken. Rumpf, Tatzen und Kopf des Großen Bären werden von lichtschwachen Sternen markiert, die man in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen mit bloßen Augen kaum erkennen kann.

Im Süden passiert das Sternbild Jungfrau mit seinem Hauptstern Spica die Mittagslinie. Nahe dem Jungfraustern Porrima leuchtet auffällig der rötliche Planet Mars. Hoch im Südosten strahlt unübersehbar der orange Arktur im Sternbild Bootes, auch als Bärenhüter bekannt. Arktur ist ein roter Riesenstern in 37 Lichtjahren Entfernung. Im Nordosten geht gerade das Sommerdreieck auf.

Die Sonne strebt ihrem Höchststand entgegen, den sie allerdings erst am 21. Juni erreicht. Die Mittagshöhen der Sonne nehmen um knapp sieben Grad zu, die Tageslänge wächst um eineinhalb Stunden.


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