Studie: Mecklenburg-Vorpommern verliert 200 000 Einwohner bis 2025

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08. Dezember 2008, 01:28 Uhr

Gütersloh/Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern wird nach einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung bis zum Jahr 2025 knapp zwölf Prozent seiner Bevölkerung verlieren. Das entspreche einem Rückgang um etwa 200 000 Einwohner auf dann 1,49 Millionen, teilte die Stiftung am Montag in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) mit. Von dem Bevölkerungsrückgang seien die Regionen unterschiedlich stark betroffen. Der Kreis Güstrow müsse mit einem Minus von 18 Prozent rechnen, die Stadt Neubrandenburg mit minus 19 Prozent und die Kreise Demmin und Uecker-Randow mit einem Verlust von je 22 Prozent. Nur der Kreis Bad Doberan werde seine Einwohnerzahl in etwa konstant halten.

Die Kreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust sowie die Hansestadt Rostock werden der Prognose zufolge zwischen 4 und 9 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Zudem werde die Bevölkerung deutlich älter. Das sogenannte Medianalter, das die Bevölkerung nach ihrem Alter in zwei gleich große Gruppen teilt, werde im Jahr 2025 bei 57,5 Jahren liegen. Das sind 12 Jahre mehr als im Jahr 2006. 22 Prozent der Einwohner würden dann zwischen 65 und 79 Jahre alt sein. Das sei der höchste Anteil dieser Altersgruppe unter allen Flächenländern, heißt es in der Bertelsmann-Studie.

Ursache sei die negative Geburtenbilanz in allen Landkreisen und kreisfreien Städten im Nordosten, das heißt, es werden weiterhin mehr Menschen sterben als geboren werden. Die Wanderungsbilanz werde sich dagegen positiv entwickeln, erwarten die Forscher. Mit Ausnahme von vier Landkreisen würden 2025 überall mehr Menschen zu- als wegziehen.

Zugleich werde die Zahl der jüngeren Erwerbstätigen (25- bis 44- Jährige) in den kreisfreien Städten zwischen 15 und 29 Prozent, in den Landkreisen zwischen 28 und 46 Prozent zurückgehen. Bei den älteren Erwerbstätigen (45- bis 64-Jährige) könnten jedoch die Landkreise Nordwestmecklenburg, Bad Doberan und Ludwigslust mit leichten Zuwächsen von 1 bis 6 Prozent rechnen.

Die Landesregierung geht bis 2030 von einem Bevölkerungsrückgang um 15 Prozent aus. Nach der vom Verkehrsministerium im September vorgestellten Prognose werden dann nur noch 1,45 Millionen Menschen im Land leben. Damit werde der Bevölkerungsrückgang "nicht ganz so dramatisch sein, wie noch vor wenigen Jahren angenommen", kommentierte der damalige Verkehrsminister Otto Ebnet (SPD) die Vorhersage.

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