Splitter : Stromausfall ist kein Problem

Marion und Hans-Joachim Brütt betreiben die Tankstelle.
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Marion und Hans-Joachim Brütt betreiben die Tankstelle.

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20. Januar 2016, 10:21 Uhr

1992 hat Hans-Joachim Brütt in Kletzke seine Tankstelle direkt am Ortseingang an der B5 in Betrieb genommen. Zunächst als HEM-Tankstelle und zwischenzeitlich für vier Jahre in privater Regie verkauft er heute gemeinsam mit seiner Tochter Marion Treib- und Schmierstoffe im Namen der Firma Hoyer. „Man braucht einfach einen starken Partner an der Seite. Als kleiner privater Krauter kommt man gegen die großen Konzerne nicht an“, sagt Brütt. Die staatlichen Abgaben seien ein Problem. Auch wenn der Benzinpreis niedrig sei, die Marge für den Betreiber sei gleich. Damit könne man zwar seine Kosten decken, aber nicht davon leben. „Die Tankstellen verdienen ihr Geld mit dem Shop-Angebot“, sagt Brütt. Deshalb halte er mit seinen drei Mitarbeitern ein breites Sortiment vor. Und er hat noch etwas bei sich zu stehen: ein großes Stromaggregat aus DDR-Zeiten. „Mit dem Aggregat können wir 38 KW erzeugen. Das reicht, um Tanksäulen, Kühlung und Licht am Laufen zu halten, wenn es mal keinen Strom gibt. Das hat uns in der Vergangenheit schon oft weitergeholfen, wenn Kletzke von Stromausfällen betroffen war.“ Bei einer Planspielübung des Landkreis Prignitz stellte sich vor geraumer Zeit heraus, dass es damals nur zwei Tankstellen im Landkreis gab, die beim einem längeren und flächendeckenden Stromausfall weiter arbeiten könnten: Die kleinen Tanken in Kletzke und in Berge. Ob andere Betreiber nachgerüstet haben, weiß er nicht.

Feuerwehr mit Ausstattung zufrieden

1905 wurde die Feuerwehr in Kletzke gegründet. Genau am 11. Februar. Heute zählt sie 59 Mitglieder, davon 15 Aktive und neun Jugendliche. Da sie an der B 5 liegt, wurde sie als Schwerpunktwehr in der Gemeinde Plattenburg eingestuft. Im Jahresschnitt gibt es 20 Einsätze.

„Wir sind bemüht, noch mehr Leute in die Feuerwehr zu bringen. Wer Interesse hat oder auch nur Fragen zum Thema Brandschutz bzw. Unterstützung wünscht, kann sich jeden Montag von 19 bis 20 Uhr direkt im Gerätehaus bei uns melden“, sagt Wehrführer Christian Sill. Der Wehrführer lobt die Zusammenarbeit mit der Gemeinde: „Auch wenn das Geld knapp ist, können wir uns nicht beklagen. Wenn es um notwendige Ausrüstung oder Schutzkleidung für die Kameraden geht, finden wir immer eine Lösungen“, sagt er.

Jürgen Hildebrandt führt den Familienbetrieb in vierter Generation.
Thomas bein
Jürgen Hildebrandt führt den Familienbetrieb in vierter Generation.
 

Fleisch und Wurst seit 1891

Jürgen Hildebrandt ist Fleischermeister in der vierten Generation. Er schlachtet und verarbeitet selbst, „pro Woche etwa 25 Tiere, die wir zügig verarbeiten“, sagt er. Unterstützt wird er dabei von 15 Mitarbeitern.

Neben Frischfleisch schätzen die Kunden seine nach alten Rezepten hergestellte Wurst. Neben dem Verkaufsraum in Kletzke betreibt er einen Verkaufswagen. Der fährt vor allem Wochenmärkte wie Pritzwalk, Bad Wilsnack und Perleberg an.

Fast undenkbar wäre die Fleischerei ohne die Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft im Ort. Sie liefert Schweine. Kurze Wege vom Erzeuger zum Verarbeiter – „das praktizieren wir seit Jahren“, so Hildebrandt, der Lehrlinge ausbildet. Pro Jahr stelle er einen Azubi ein, auch um eigenen Nachwuchs zu gewinnen.

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