Kommentar : Streikrecht überdehnt

herholz

Schon zum sechsten Mal stehen die Züge still. Pendler, Reisende, Unternehmen – alle werden Opfer des Machtkampfes der Lokführergewerkschaft GDL

svz.de von
05. November 2014, 20:50 Uhr

Wer hätte das gedacht? 25 Jahre nach Grenzöffnung wird die Reisefreiheit in Deutschland wieder eingeschränkt. Schon zum sechsten Mal stehen die Züge still. Pendler, Reisende, Unternehmen – alle werden Opfer des Machtkampfes der Lokführergewerkschaft GDL und ihres rücksichtslosen Chefs Claus Weselsky. Der Sachse will die Konfrontation und greift dabei zu unverhältnismäßigen Mitteln. Er kämpft seinen Kampf mit der Eisenbahnergewerkschaft EVG um Mitglieder und mit der Bahn und überdehnt dabei das Streikrecht. Statt auf Vermittlung und Schlichtung wählt der GDL-Chef die Eskalation. Mit seiner Absage an eine Schlichtung hat der GDL-Vorsitzende weiteren Kredit verspielt. Weselsky hat sich verrannt. Lenken er und seine Mitstreiter nicht ein, nehmen sie bewusst einen erheblichen Schaden für die Wirtschaft in Kauf und sorgen am Ende womöglich dafür, dass – welch Ironie – die Tarifeinheit so gestärkt wird, dass die GDL künftig deutlich an Macht verliert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen