Ortsbeiratsvorsitzende : Straßen bleiben ein Ärgernis

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Ortsbeiratsvorsitzende Kristin Schröder im Gespräch

von
15. Januar 2016, 15:35 Uhr

Eine städtebauliche Analyse mit vielen neuen Hochhäusern hat für Furore gesorgt. Wie angespannt ist die Lage?
Schröder: Sie ist überhaupt nicht angespannt. Die Studie wurde 2014 veröffentlicht, im November 2015 fand die Planungswerkstatt statt, die durch die Bürgerinitiative ins Leben gerufen wurde. Sie war ein Erfolg, mehr als 100 Südstädter kamen und wir haben tolle Ideen aufgenommen.

Aufgeregt hatten sich insbesondere ältere Bewohner. Trifft das Image der Südstadt als Altenheim Rostocks noch zu?
Es ist ganz verständlich, dass sich viele zu recht über diese Studie aufregen. Unsere Südstadt ist ein attraktives Wohngebiet und wir wollen alle, dass es auch so bleibt. Dazu gehört nicht, wie viele Hochhäuser wir noch bauen können. Die Südstadt ist kein Altenheim. Es stimmt, wir haben einen hohen Altersdurchschnitt. Aber es passiert sehr viel, wir haben mit dem Wohngebiet in der Tychsenstraße viele junge Familien gewonnen, das wird mit dem Wohngebiet am Hellberg II weitergehen und auch in der Mooskuhle entsteht ein Haus nach dem anderen. In den nächsten Jahren wird sich der Grote Pohl weiterentwickeln. Alles dies wird zur Verjüngung beitragen.

Wie bewerten Sie den neuen RSAG-Fahrplan?
Leider kam es zu Kürzungen einer Linie in der Südstadt. Dies ist sicher für einige unvorteilhaft, aber man muss auch sagen, dass jetzt die Straßenbahnen länger in den Abendstunden fahren und endlich auch am Wochenende mehr Nahverkehr angeboten wird.

Unter welchen Bedingungen wäre aus Ihrer Sicht ein Ringschluss der Straßenbahn zwischen Mensa und Friedhof oder Platz der Jugend sinnvoll?
Ein Ringschluss wäre zu begrüßen, aber dann eher Nobelstraße über Satower Straße, Friedhof, damit man den Pendlerverkehr aus Kritzmow und Stäbelow minimieren könnte. Dazu müsste man den Landkreis einbeziehen.

Welche Faktoren machen den Wohn-, Firmen- und Wissenschaftsstandort interessant?
Gute Lebensqualität, sehr gute Infrastruktur, nahe an der Innenstadt, kurze Verbindung zum Hauptbahnhof. Die Südstadt ist großzügig gebaut und hat durch den Kringelgraben viel Grün. Gute Einkaufsmöglichkeiten, nur leider kein Café beziehungsweise Restaurant. Firmen haben im DMR Gewerbegebiet einen Standort mit Nähe zum Autobahnzubringer sowie Bus und Bahn. Auf dem Uni-Campus sollen weitere Gebäude entstehen. Was fehlt, ist studentisches Wohnen in Form moderner Wohnhäuser mit Ein- oder Zweiraumwohnungen.

Wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
Unsere Straßen sind in einem sehr schlechten Zustand. Die Ziolkowskistraße wurde jetzt mit viel Kampf wieder in die Prioritätenliste aufgenommen. Die Tychsenstraße ist nur noch eine Holperstrecke – wenn jetzt noch ein weiteres Wohngebiet erschlossen wird, wird sie noch mehr befahren. In der Brahestraße beschweren sich vermehrt die Einwohner, die Gehwege sind mit dem Rollstuhl kaum befahrbar, viel zu hohe Bordsteige. Radwege haben wir nur drei in der Erich-Schlesinger-Straße, am Südring und in der Nobelstraße. Ich finde das sagt alles.

Was bewegt die Bewohner momentan sonst?
Spielplätze für Kinder von 0 bis 12 Jahren werden vermehrt gewünscht. Und natürlich interessiert die Einwohner, wie die Erweiterung des Wohnparkes in Biestow entsteht.

 

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