Stil-Ikone trifft attraktive Großmutter

Michelle Obama
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Michelle Obama

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04. November 2012, 06:48 Uhr

Washington | Auch im legeren, von Jeans und T-Shirt geprägten Amerika gilt: Kleider machen Leute. Mit Präsidentengattin Michelle Obama feiert die US-Modeszene die erste echte Stil-Ikone seit Jackie Kennedy. Sie brachte nicht nur bis dahin unbekannte Designer ins Rampenlicht - Jason Wu schneiderte das weiße Abendkleid für den Inaugurationball, das erbsgrüne Ensemble für die Einschwörung vor dem Kapitol kam von der kubanisch-amerikanischen Designerin Isabel Toledo -, sondern erfand eine eigene Tages-"Uniform". Statt des typisch steifen Kostüms - signalrot bei Nancy Reagan, pastell bei Laura Bush - lockerte sie den offiziellen Look des Weißen Hauses auf mit Rock und Cardigan-Kombinationen. Und diese Einzelteile dürfen gerne mal von Massenfabrikanten wie J. Crew kommen. Ignoriert man exklusive Accessoires wie antiken Modeschmuck und die geliebten Designer-Gürtel, dann gibt sie mit diesen Outfits vor allem jungen Amerikanerinnen eine nachahmbare Option.

Die blonde Ann Romney zeigt sich während der Wahlveranstaltungen ihres Mannes Mitt stets korrekt und geschmackvoll - ein perfekter Hintergrund. Als Mormonin pflegt sie einen klassischen Stil und bevorzugt das Hemdblusenkleid - das funktionierte schon bei Grace von Monaco. Zu ihren modischen Highlights zählten ein cremefarbenes Kostüm mit aufwändigen Nahtstickereien und einem Bleistiftrock mit Bogenkante. Eine moderne, attraktive Großmutter fürwahr.

Dem Präsidenten und seinem Herausforderer bleiben modisch weniger Möglichkeiten. Zu den drei Debatten kam der dunkle Anzug aus dem Schrank, bei Barack Obama aktuell schmal, bei Mitt Romney klassisch geschnitten. Dazu das weiße Hemd und eine Krawatte in blau oder rot, je nachdem wie dynamisch oder kämpferisch das Berater-Team empfahl aufzutreten. "On the road", beim Händeschütteln und Babyküssen kreuz und quer durchs Land, geben beide Kandidaten gerne den Jedermann: mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und offenem Kragen. Zum Jeanskauf schickt Romney seine Frau zur Modekette "Gap" und zeigt sich volksnah. Während die Freizeitkluft von Obama, Chinos, beige Windjacke und Joggingschuhe, immer etwas nach Pfadfinderlager aussieht.

Ansprechbar, klug, staatsmännisch und glaubwürdig wünschen sich die Amerikaner ihren Präsidenten. Gewandt und stilsicher soll die Präsidentenfamilie erscheinen. Sie soll möglichst amerikanische Marken unterstützen und hoffentlich nicht allzu tief in das Staatssäckel greifen.

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