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19. November 2017 | 15:22 Uhr

Stichwahl vorhersehbar

vom

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2012 | 07:07 Uhr

Nein, diese OB-Wahl ist noch nicht gelaufen, wie hier und da Umfragen glauben machen wollen. Es ist sogar eher so, dass alleine die Anzahl der Kandidaten wahlstatistisch dafür spricht, dass es zu einer Stichwahl kommen wird. Gerade deshalb ist es für alle sieben Kandidaten existenziell, dass sie am Sonntag ihre Anhänger an die Urne bringen. Dass der amtierende OB, Roland Methling, aus der ersten Runde als ein Favorit hervorgeht, daran zweifelt in der Hansestadt niemand. Aber auch derjenige, der von den Herausforderern die Nase vorn hat, dessen Chancen im Kampf um den Chefsessel sind gar nicht schlecht.

Denn in Rostock herrscht eine gewisse Frustration über die Stadtpolitik. Sie war in den letzten Jahren vom Dauerstreit zwischen Methling und der Bürgerschaft geprägt. Die einen geben Methling die Schuld dafür. Die anderen der Bürgerschaft. Deren Präsidentin, Karina Jens, zieht im Übrigen als CDU-Kandidatin ins Rennen ums Rathaus. So gesehen kann die Wahl am Sonntag auch eine Art Legitimation für die eine oder andere Seite werden.

Eine Stadt im Dauerstreit. Und dabei steht aus Landessicht die Hansestadt keineswegs schlecht da. Von dem oftmals beklagten Stillstand keine Spur. Klar, Rostock hat Probleme. Aber die sind nicht mit den Problemen anderer Städte wie z.B. der Landeshauptstadt Schwerin vergleichbar. Die Wirtschaftsmetropole Rostock boomt.

Noch vor sieben Jahren war das anders. Da stand die Stadt kurz vor der Zwangsverwaltung. Rechnungshof und Kommunalaufsicht gaben sich die Klinke in die Hand. 200 Millionen Schulden hatten sich angehäuft. Der Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft Wiro geriet ins Visier der Staatsanwaltschaft. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass die städtischen Gesellschaften die Stadtvertretung beherrschen - und nicht umgekehrt. Das ist Geschichte.

Aber auch das neue Stadtoberhaupt wird vor großen Herausforderungen stehen. Der Schuldenberg aus den ersten 15 Jahren drückt noch immer mit 180 Millionen. Der Flughafen ist ein Zuschussgeschäft. Das Theater ist eine Dauerbaustelle - im wahrsten Sinne des Wortes. Wer am Sonntag die Wahl gewinnt, der steht vor allem vor einem großen Berg Arbeit.

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