Start in die Badesaison - erste Rettungstürme an der Küste besetzt

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09. Mai 2008, 12:03 Uhr

Warnemünde/Heringsdorf - An dem voraussichtlich sehr sonnenreichen Pfingstwochenende beginnen auch die Rettungsschwimmer ihre Einsätze an der Küste. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) werde fast alle Haupttürme in den 30 Ostseebädern besetzen, in denen sie den Wasserrettungsdienst verantwortet, sagte DLRG- Einsatzleiterin Mai Bartsch in einer Umfrage der Deutschen Presse- Agentur dpa. Die Wasserwacht des DRK übernimmt von diesem Samstag an die Haupttürme in Warnemünde, Markgrafenheide und den Usedomer Kaiserbädern Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin. Die Wasserwacht ist in 13 Ostseebädern und an der Müritz und vielen Binnenseen vertreten, wie DRK-Landesreferent Thomas Powasserat sagte. Der offizielle Start in die Badesaison ist für den 15. Mai geplant.

Insgesamt sorgen in diesem Sommer rund 2650 Rettungsschwimmer an Küste und Binnenseen für die erforderliche Sicherheit an den Badestränden. Angesichts der gleichbleibend hohen Zahl von Kinder- oder Elternsuchmeldungen in den vergangenen Jahren startet die DLRG Ende Juni ein Pilotprojekt. Auf dem Darß erhalten die Kinder dann ein farbiges Kindersucharmband. Die Registriernummer des Armbandes wird zusammen mit der Handynummer der Eltern auf dem Wachturm hinterlegt. „Damit hoffen wir, dass Eltern und Kinder wieder früher zueinander finden“, sagte Bartsch. Im vergangenen Jahr registrierte die DLRG knapp 600 Kinder- oder Elternsuchmeldungen.

Badeunfälle machen nach Angaben von Powasserat rund 15 Prozent der Einsätze aus und halten sich damit glücklicherweise in der Minderzahl. Alltag seien die Suche nach vermissten Kindern oder die Behandlung von kleineren Verletzungen. Hauptklientel würden zunehmend Senioren über 60, die am Strand einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten. Inzwischen seien die Türme mit einer guten medizinischen Ausrüstung ausgestattet. Dazu gehörten auch Frühdefilibratoren, mit denen Menschen wiederbelebt werden könnten. Der Einsatz dieser Technik setze eine ständige Schulung der Retter voraus. Darüber sollten aber die Grundlagen nicht vergessen werden. „Ein Rettungsschwimmer muss vor allem gut schwimmen können“, sagte Powasserat.

Besonders für das Sicherheitsgefühl der Gäste seien die Rettungsschwimmer wichtig, betonte der Sprecher des Tourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Es sei aber gar nicht so einfach, immer genug Kräfte für die Rettungsstationen zu finden. Das Engagement der Retter wie im Übrigen auch der Bäderpolizei sei „aller Ehren wert“. Werben könne das wasserreichste Bundesland mit der Sicherheit an Stränden aber nicht. „Familien, die mit Kindern nach Heringsdorf oder Warnemünde fahren, erwarten einfach, dass am Strand für Sicherheit gesorgt wird“, sagte Woitendorf.

Bei beiden Wasserrettungsdiensten haben sich in diesem Jahr ausreichend ehrenamtliche Helfer gemeldet. „Doch die Wartelisten schrumpfen“, sagte Bartsch. Grund seien der demografische Wandel und die Konkurrenz anderer attraktiver Freizeitbetätigungen. „Es muss für Jugendliche wieder cool werden, ein Ehrenamt auszuüben“, sagte Bartsch und forderte zugleich mehr politische Unterstützung. Um die Randzeiten außerhalb der Sommerferien abzudecken, greift die Wasserwacht auch auf polnische Rettungsschwimmer zurück. Die Retter aus dem Nachbarland werden beispielsweise in den Kaiserbädern auf Usedom und in Warnemünde im Einsatz sein.

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