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Kreisfeuerwehrverband in Ludwigslust : Standorte sind nicht in Gefahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Kreisfeuerwehrverband zog am Freitagabend in Ludwigslust Bilanz: Fachdienst wird neu aufgestellt

von
erstellt am 19.Mär.2017 | 21:00 Uhr

„Die beiden Schulungsstandorte Dargelütz und Hagenow sind nicht in Gefahr, die Standorte der Feuerwehrtechnischen Zentralen werden auf zwei Standorte verteilt. Alle Varianten eines Standortes werden bis Monatsende geprüft.“ Das sagte  Landrates Rolf Christiansen bei der Jahresmitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust-Parchim  in der Ludwigsluster Stadthalle.  Für die Region Parchim, so führte er weiter aus, werden alle Varianten geprüft. So ein eventueller Neubau an zentraler Stelle, ein Hol- und Bringedienst, ein vor Ort fahrender Werkstattwagen oder ein neuer Standort… Allerdings schränkte der Landrat gleich ein, dass es „schwierig sei, einen Hol- und Bringedienst aufzubauen und auch den Werkstattwagen sehe ich eher nicht“ und so darf man weiter gespannt sein, wie die Entscheidung ausfallen und am 1. Juni bei der Kreistagssitzung beschlossen werden wird. Für den Verband sollte nicht die Kostenfrage im Mittelpunkt stehen, „sondern das Beste für die Feuerwehren für die nächsten 20 Jahre und vor allem sollte nicht über die Köpfe der Kameraden hinweg entschieden werden“, forderte Verbandsvorsitzender Uwe Pulss vor 209 Delegierten (80,08 Prozent Teilnahme) seines Verbandes.

Uwe Pulss würdigte zuvor in seinem Bericht die Ausbildung auf Kreisebene und verwies auf 42 Lehrgänge mit 752 Teilnehmern in Dargelütz und Hagenow. Im Mittelpunkt standen Lehrgänge für den Atemschutz, für Maschinisten, für Sprechfunker sowie die Truppmannausbildung und die entsprechende Abschlussprüfung. Auch an der Landesschule in Malchow wurden Gruppenführer sowie Zugführer ausgebildet und es wurde auch der Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr von 35 Kameraden erfolgreich absolviert. Großen Dank richtete der Verbandsvorsitzende an die Kreisausbilder, die sich engagiert für die gute Aus- und Weiterbildung einsetzen.

Kritisch wertete Pulss die Arbeit des zuständigen Fachdienstes für Brand- und Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung. Die Zusammenarbeit mit den Sachbearbeitern war im abgelaufenen Jahr gut, aber „die Ausstattung sämtlicher Katastrophenschutzfahrzeuge oder die personelle Situation im erweiterten Lösch- und Gefahrgutzug hat sich keinen Meter bewegt“, klagte der Verbandsvorsitzende. Der Landrat ging in seinem Grußwort auf diese Problematik ein und kündigte für diese Woche eine „Neuaufstellung des Fachdienstes inklusive der Personalspitze und eine mögliche Mitarbeiteraufstockung“ an.

Vorsitzender Pulss, zugleich auch Kreiswehrführer, zog auch Bilanz über die 1119 Einsätze der 230 freiwilligen Feuerwehren mit 10 390 Mitgliedern im vergangenen Jahr. Dabei waren 368 Brände zu löschen (21 weniger als im Jahr 2015) und 181 Mal riefen Brandmeldeanlagen die Kameraden zum Einsatz. 751 Mal musste technische Hilfe geleistet werden, 39 weniger als im Jahr zuvor. 402 Mal mussten die Blaumänner ausrücken, um Sturm- oder Wasserschäden zu beseitigen und 69 Türen mussten  geöffnet werden. Letztere Zahl ist steigend und so forderte Pulss, dass die Polizei und Rettungskräfte in der Handhabung des entsprechenden Werkzeugs eingewiesen werden.

Auch Landesbrandmeister Hannes Möller forderte mit eindringlichen Worten, dass „die Feuerwehr wieder zur Kernaufgabe – der Rettung von Leben – zurückkehren müsse. Die Kameraden sind nicht Mädchen für alles“, so Möller. Nicht immer sei eine Gefahr nach Sturm gegeben und dann müssten und sollten die entsprechenden Firmen selbst agieren und nicht die Feuerwehr rufen, forderte der Landesbrandmeister. Die Feuerwehrbedarfsplanung, die in den Kommunen laut Gesetz erarbeitet werden muss, ist zwar eine politische Aufgabe, aber „sie ist zugleich ein Bekenntnis der Kommune zu ihrer Feuerwehr.“ 

Kommentar "Zeit ist Leben" von Michael-Günther Bölsche
Der Forderung nach Ausbildung von Polizei und Rettungskräften zu Türöffnungen kann nur zugestimmt werden. Es kann und darf nicht sein, dass Polizei und/oder Rettungskräfte vor verschlossener Tür stehen und auf die Feuerwehr warten müssen, nur weil sie nicht  in der Handhabung von Werkzeug zur Türöffnung ausgebildet sind. Stattdessen müssen ehrenamtlich tätige Kameraden von der Arbeitsstätte weg zum Gerätehaus und dann mit Einsatzfahrzeugen ausrücken. Da vergeht wertvolle Zeit zur Rettung von Leben und zusätzlich fehlen die Kameraden auf ihrer Arbeitsstelle. Hier müssen die zuständigen Stellen im Interesse des Mottos „Zeit ist Leben“ schnellstens handeln!
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