zur Navigation springen
Neue Artikel

15. Dezember 2017 | 13:09 Uhr

Stadtbahn drei Monate dicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

710 Millionen fließen 2015 ins Schienennetz von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 16:14 Uhr

710 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn im laufenden Jahr in ihre Infrastruktur in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Der erst 2006 eröffnete Hauptbahnhof macht dabei dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel, Sorgen: Brücken und Fahrbahn sind sanierungsbedürftig, zwischen Zoologischer Garten und Charlottenburg müssen Gleise und Weichen erneuert werden. Vom 24. August bis 23. November wird es deshalb auf der Berliner Stadtbahn ruhig – kein Regional- und kein Fernverkehr. Die Züge, sagt Leuschel, würden umgeleitet, Pendler im RE 1 zwischen Brandenburg und Frankfurt (Oder) müssen zwischen Ostbahnhof und Zoo in die S-Bahn wechseln.

Und nicht nur hier muss umgestiegen werden. Schon seit Januar ist der 80 Jahre alte, sechs Kilometer lange Nord-Süd-Tunnel gesperrt, der im Normalfall von wöchentlich 4800 Zügen passiert wird. Noch bis zum 4. Mai werden Weichen ausgetauscht, die Starkstromkabel verlegt und die 2500 Leuchtstoffröhren für die Notfallbeleuchtung gewechselt. Kosten: 6,4 Millionen Euro. Die fast viermonatige Komplettsperrung des Tunnels begründet Leuschel mit modernen Arbeitsschutzvorschriften. „Wir dürfen nicht mehr auf dem einen Gleis bauen und dem anderen die Züge weiter fahren lassen“, sagt er.

Insgesamt 710 Millionen Euro investiert der Konzern in diesem Jahr in den Ländern Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – mehr als 300 davon bleiben in der Hauptstadt. Sieben Brücken, fast 540 Kilometer Schiene und etwa 220 Weichen werden im Zuständigkeitsbereich von DB Regio Nordost erneuert – die Deutsche Bahn kann über eine Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung bis 2019 bundesweit auf 28 Milliarden Euro zurückgreifen, um in die marode Infrastruktur mit zum Teil 100 Jahre alten Brücken zu investieren.

Berlins Bahn-Chef Ingulf Leuschel sieht die Hauptstadt an der Grenze dessen angekommen, was die Kunden verkraften. „Viel mehr Baustellen können es nicht sein, sonst wären die Einschränkungen zu groß“, sagt Leuschel. Allein im Berliner S-Bahn-Netz buddelt sich das bahneigene Maskottchen Max Maulwurf die Finger wund. Ostkreuz wird umgebaut, zwischen Strausberg und Hegermühle ein zweites Gleis gelegt, um dort ab Dezember im 20-Minuten-Takt fahren zu können. Zepernick bekommt bis 2016 ein neues, elektronisches Stellwerk, zwischen Blankenburg und Hohen Neuendorf wird die Stromversorgung erneuert und die Nord-Süd-Linie S21 verlängert.

Im Regional- und Fernbahnnetz stehen zwischen Bad Freienwalde und Neutrebbin Bauarbeiten an. Hier wird Leuschel zufolge der Oberbau der Strecke modernisiert, was mit nächtlichen Sperrungen einhergeht.


Erhebliche Auswirkung auf Fahrgäste


Einschränkungen wird es auch auf der Strecke Berlin – Cottbus von Juni bis August geben: Zwischen Grünau und Königs Wusterhausen wird das Gleis ausgetauscht. Eine weitere Baustelle in Richtung Dresden, von Rückersdorf bis Elsterwerda, ist dem Bau eines Elektronischen Stellwerks geschuldet. In den Stationen Pritzwalk, Elsterwerda und Saarmund werden neue Bahnsteige fertiggestellt, zum Teil mit Tunnel und Fußgängerbrücke. Die Aufzüge in Luckenwalde und Fürstenwalde werden modernisiert, und die Station Treuenbrietzen Süd wird von Grund auf saniert.

In Mecklenburg-Vorpommern lässt die Bahn zwischen Mai und Juli ein neues Stellwerk in Rastow errichten. Zugleich werden fünf Bahnübergänge erneuert und Lüblow erhält moderne Bahnsteige. Auf eine längerfristige Sperrung müssen sich Bahnkunden zwischen Rostock Marienehe und Warnemünde von Oktober diesen bis April kommenden Jahres einstellen, da die Stromgrabenbrücke in Warnemünde erneuert wird.

Gänzlich abgeschnitten vom Zugverkehr ist die Insel Rügen vom 16. bis 23. März. In Lietzow und Altefähr werden alte Weichen durch neue ersetzt. Auch der Frankenhafen in Stralsund erhält nach Aussagen der Bahn einen Gleisanschluss. Zwischen Eggesin und Ueckermünde Stadthafen wird der Zugverkehr ab 1. September bis zum Jahresende wegen einer Brückenerneuerung eingestellt. Ruhig wird es auch von Pasewalk in Richtung Staatsgrenze im August und September. Die Bahn erneuert hier nicht nur Brücken und Weichen zwischen Zerrenthin und Löcknitz, sondern nimmt zugleich ein neues, elektronisches Stellwerk ans Netz. Ende Oktober werden dann die Bahnhöfe Grischow, Kleetz und Blankenhof an das Stellwerk Burg Stargard angeschlossen.

Schon im Mai will die Bahn neue Bahnsteige in Crivitz und Sagard freigeben und im Rostocker Hauptbahnhof ab Herbst die modernisierte Zentrale für Sauberkeit, Service und Sicherheit in Betrieb nehmen.

All die Arbeiten sind zum Teil mit erheblichen Auswirkungen für die Fahrgäste verbunden. Sie müssen, kündigt die Bahn vorsorglich an, auf Busse und andere Bahnen umsteigen und mit längerer Fahrzeit rechnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen