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21. November 2017 | 11:26 Uhr

Holocaust : Stachel im deutschen Nationalgefühl

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Holocaust bleibt nach Ansicht des Antisemitismus-Forschers Rolf Pohl ein Stachel im deutschen Nationalgefühl. „Der Schatten von Auschwitz stört“, sagte der Professor der Universität Hannover. Je stärker Menschen in Deutschland ihre nationale Identität betonten, desto schwerer täten sie sich mit der Erwähnung von Auschwitz. Daran ändere auch nichts, dass die Leugnung des Holocaust unter Strafe stehe.

Ein neues Nationalgefühl sei seit der Wiedervereinigung in den 90er-Jahren entstanden, sagte Pohl. Der „Party-Patriotismus“ im Zuge der Fußball-WM 2006 habe diesen Trend noch verstärkt. Es herrsche ein Lebensgefühl nach dem Motto: „Ich möchte endlich wieder stolz sein, ein Deutscher zu sein, ohne ständig an Auschwitz denken zu müssen.“

Eine am Wochenende bekannt gewordene Umfrage der Bertelsmann Stiftung bestätigt diese Einschätzung: Danach wollen 58 Prozent der befragten Deutschen einen Schlussstrich unter die Holocaust-Debatte ziehen.

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