Spurensuche im Unterholz

Kindstötung, Mord oder eine Geburt im Wald? Was verbirgt sich hinter dem Auftauchen einer unbekannten und mit Blut beschmierten Frau bei Schönberg? Das fragt sich seit Donnerstagnacht die Polizei. Gestern durchkämmten Spezialisten ein Waldstück nahe der Stadt.

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22. Februar 2008, 05:56 Uhr

SCHÖNBERG - Krimi oder nicht – bei der Polizei gibt es bislang mehr Fragen als Antworten zu diesem mysteriösen Vorfall.

Freitag, 8. Februar: Eine Spaziergängerin will beobachtet haben, wie eine unbekannte Frau mit einer Decke unterm Arm in den Wald geht. Kurze Zeit darauf soll sie das Areal mit Blut verschmierter Kleidung verlassen haben.

„Die Zeugin schaffte es unerklärlicher Weise nicht, allein zur Polizei zu gehen. Erst eine Bekannte informierte die Dienststelle am Donnerstag gegen 17.30 Uhr“, sagt Klaus Wichmann, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwerin. Diesen Hinweis habe man sehr ernst genommen und umgehend eine Untersuchung angeordnet.

In der Nacht zu Freitag verhärtet sich der Verdacht auf eine Bluttat. Eine Hundestaffel der Polizei spürt Kleidungsstücke im Dickicht auf. „Eine Strumpfhose, ein Oberteil und das Stück einer Decke konnten wir sicherstellen“, so Wichmann. Die Beamten müssen die Spurensicherung eine Stunde vor Mitternacht abbrechen, da sich die Wetterbedingungen verschlechterten.

Gestern früh: Erneut begeben sich Diensthunde der Polizei auf Spurensuche. Unterstützung gibt es von der Hundestaffel des DRK Ratzeburg. Die Bemühungen der Spezialisten bleiben ergebnislos. Daraufhin beginnt ein Zug der Bereitschaftspolizei den Wald zu durchkämmen. Die Suche verläuft ohne neue Erkenntnisse.

Mit den Fundstücken aus der Nacht beschäftigen sich jetzt die Kriminalisten. Blutstropfen oder Hautreste könnten Hinweise geben. Denn kleinste Partikel könnten reichen, um DNA-Spuren zu sichern. Polizeisprecher Klaus Wichmann: „Die Kriminaltechniker müssen die Fakten weiter verdichten. Uns beschäftigt zugleich die Frage: Handelt es sich um eine Straftat oder nicht? Es besteht die Möglichkeit, dass die Kleidungsstücke nur abgelegt wurden.“ Andererseits kann niemand eine Geburt ausschließen. Zumal die Spaziergängerin sogar Schreie vernommen haben will. Vor diesem Hintergrund kontaktiert die Polizei sämtliche Ärzte und Krankenhäuser der Region.

Die Geschichte von der Unbekannten mit blutverschmierter Kleidung bleibt mysteriös. Mit einem schnellen Ergebnis rechnet niemand von der Polizei. Jedes noch so kleine Detail sei nun wichtig, meint Wichmann. Folglich werde auch die Zeugin erneut von der Kripo vernommen.

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