Sprengstoff-Experten 400-mal pro Jahr im Einsatz

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15. Mai 2013, 09:47 Uhr

Mehr als 400-mal im Jahr müssen Sprengmeister allein in Mecklenburg-Vorpommern zu Soforteinsätzen ausrücken. Zwischen 16 und 140 Tonnen Munition haben Spezialisten seit 1990 jährlich entschärft. 147 000 Hektar sind mittlerweile als kampfmittelbelastet erfasst. Schwerin, Rostock und Wismar sind inzwischen weitgehend sauber.

Besonders betroffen sind Peenemünde sowie das Gebiet der ehemaligen Militär-Flugplätze in Anklam, Barth und Tutow. Auch in der Ostsee stellt Weltkriegs-Munition laut Arbeitsgemeinschaft "Bund-Länder-Messprogramm" eine "latente Gefahrenquelle für Mensch und Umwelt" dar: 300 000 Tonnen Munition, darunter bis zu 65 000 Tonnen chemischer Munition, sollen noch auf dem Grund der Ostsee lauern.

Als besonders knifflig gestaltet sich die Räumung der Kyritz-Ruppiner Heide (Prignitz). Auf dem "Bombodrom", einem ehemaligen Bundeswehr-Übungsgelände und Bombenabwurfplatz der Sowjets, werden noch mehr als eine Million Blindgänger vermutet. Im Oktober 2012 übernahm die Heinz-Sielmann-Stiftung etwa ein Drittel der rund 12 000 Hektar großen Fläche.

Bis Ende 1946 wurden Kampfmittel im Bereich der sowjetischen Besatzungszone nur durch Sprengen beseitigt. Auch Polizeiangehörige halfen gelegentlich beim Entschärfen von Munition. 1950 übertrug das Ministerium des Inneren (MdI) die brisante Aufgabe den Landesbehörden der Deutschen Volkspolizei - die Geburtsstunde der staatlichen Kampfmittelbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern. Nach 1952 und der Aufteilung der DDR in Bezirke übernahm der sogenannte "Regiebetrieb" Schwerin und ab 1975 der "Munitionsbergungsdienst der Volkspolizei" die Kampfmittelräumung.

Nach der Wende wurde die Kampfmittelbeseitigung dem Landesamt für Katastrophenschutz angegliedert.

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