Sportschütze erschießt Ehefrau und sich selbst

Blick auf das Haus (r) in der Rostocker Hufelandstraße, in dem sich am 11. Januar ein tödlches Familiendrama ereignet hat. Ein Rentner hat erst seine Frau und dann sich selbst erschossen. Der 70-Jährige war Sportschütze und verfügte deshalb über mehrere Waffen. Foto: Bernd Wüstneck, dpa
Blick auf das Haus (r) in der Rostocker Hufelandstraße, in dem sich am 11. Januar ein tödlches Familiendrama ereignet hat. Ein Rentner hat erst seine Frau und dann sich selbst erschossen. Der 70-Jährige war Sportschütze und verfügte deshalb über mehrere Waffen. Foto: Bernd Wüstneck, dpa

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12. Januar 2012, 03:49 Uhr

Ein 70-jähriger Rentner hat gestern Abend in der Rostocker Südstadt seine 60 Jahre alte Frau erschossen, anschließend nahm er sich selbst das Leben. Laut Staatsanwalt Andreas Gärtner hatte ein Nachbar einen Schuss gehört.

Der Sohn des Paares habe dann kurze Zeit später die Leichen der Eltern in der Wohnung entdeckt und die Polizei informiert.

Die Beamten hätten die tote Frau in einem Wohnzimmersessel sitzend gefunden, der Mann lag im Schlafzimmer. Beiden hätten Schussverletzungen im Kopf aufgewiesen. Weitere Details würden von einer Obduktion erwartet.

Nach Worten Gärtners war der Mann Sportschütze, in der Wohnung seien weitere Waffen unter anderem Gewehre gefunden und beschlagnahmt worden. Die Tat habe er mit einer kurzläufigen Sportwaffe verübt.

"Die beiden sollen seit mehreren Jahren die Absicht gehabt haben, sich zu trennen, und diese Trennung sollte jetzt vollzogen werden", sagte Gärtner. Die 60-jährige Frau hatte bereits einige ihrer Sachen bei einer Freundin deponiert. Nachbarn hätten über häufige Streits des Paares berichtet. Der Mann sei mit dieser Situation offensichtlich nicht klargekommen.

Es ist bereits das dritte tödliche Familiendrama in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb weniger Tage. Erst am Wochenende hatte gleichfalls in Rostock ein 21-Jähriger seine 44 Jahre alte Mutter nach einem gemeinsamen Trinkgelage mit einem Fleischklopfer erschlagen. Das Ungewöhnliche an dem Gewaltausbruch war nach Worten Gärtners, dass sich der Sohn nach der Tat noch einen Kaffee gekocht hatte und sich dann neben der toten Mutter schlafen legte.

Ebenfalls am Wochenende starb bei einer familiären Auseinandersetzung ein 55-jähriger Mann in Wusterhusen bei Greifswald. Sein Stiefsohn wurde unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der 28-jährige Mann hat die Tat laut Staatsanwaltschaft gestanden. Er habe den 55-Jährigen durch mehrere Messerstiche getötet. Als Motiv habe er bei der Vernehmung seine verpfuschte Kindheit angegeben.

Glimpflicher ging ein familiärer Streit am vergangenen Freitagabend in Altentreptow bei Neubrandenburg (Mecklenburgische Seenplatte) aus. Dort wollte ein 70-Jähriger offensichtlich seine 64 Jahre alte Freundin anzünden. Der Mann war laut Polizei nach einem Streit mit einem 20 Liter Benzinkanister in die Küche des Hauses gegangen, hatte die Frau gepackt und sie mit der Flüssigkeit übergossen. Der 70-Jährige habe auch schon die Streichhölzer in der Hand gehalten. Die Frau konnte zu einer Nachbarin fliehen.

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