Karl-Heinz Heimann dreht den Scheinwerfer : Spiele ohne taktische Fesseln

Wir haben eine sehr gute Europameisterschaft erlebt. Diese Zeilen sind vor dem Endspiel geschrieben, ich bin überzeugt, dass dieses Urteil auch nach dem Finale noch gilt. Es wurde, von Titelverteidiger Griechenland einmal abgesehen, durchweg nach vorn gespielt, in hohem Tempo, nicht durch taktische Zwänge gefesselt.

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30. Juni 2008, 11:58 Uhr

Spiele ohne taktische FesselnKarl-Heinz Heimann dreht den ScheinwerferWir haben eine sehr gute Europameisterschaft erlebt. Diese Zeilen sind vor dem Endspiel geschrieben, ich bin überzeugt, dass dieses Urteil auch nach dem Finale noch gilt. Es wurde, von Titelverteidiger Griechenland einmal abgesehen, durchweg nach vorn gespielt, in hohem Tempo, nicht durch taktische Zwänge gefesselt. Wir haben eine sehr gute Europameisterschaft erlebt. Diese Zeilen sind vor dem Endspiel geschrieben, ich bin überzeugt, dass dieses Urteil auch nach dem Finale noch gilt. Es wurde, von Titelverteidiger Griechenland einmal abgesehen, durchweg nach vorn gespielt, in hohem Tempo, nicht durch taktische Zwänge gefesselt.
Man kann sich darüber streiten, ob die relativ wenigen groben Fouls dafür sorgten, dass Fußball auf technisch hohem Niveau gespielt werden konnte oder, umgekehrt, die verbesserten Fertigkeiten am Ball oft Fouls überflüssig machten. Viele Namen machten vorher die Runde, die als herausragende Spieler diese Europameisterschaft beherrschen sollten. Für mich gab es den einen Star nicht, der alle überstrahlte. Wie immer musste man im Verlauf des Turniers seine Meinung häufig ändern, die Mannschaft, die man nach zwei, drei Spielen ganz hoch einschätzte, wie etwa die Holländer, wurde plötzlich von den Russen glatt ausgestochen. Die wiederum konnten fünf Tage später, im Halbfinale, gerade mal eine Halbzeit mit den Spaniern mithalten, um dann, zum zweiten Male binnen 16 Tagen, dem gleichen Gegner deutlich zu unterliegen.Bleiben wir noch bei den Russen, unserem wohl stärksten Gegner in der Gruppe 4 der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010. Eine überwunden geglaubte Schwäche wurde in der Europameisterschaft wieder sichtbar: Bekommen sie ein Gegentor, dann sacken sie gleich in sich zusammen. Sichtbar war dies zuletzt am Donnerstag im Halbfinale in Wien. Obwohl bereits früh auffallend war, dass ihre Spritzigkeit, ihre sicheren und schnellen Flachpässe aus dem Holland-Spiel fehlten, hielten sie mit bis zu Spaniens 1:0 in der 50. Minute durch Xavi. Ihr "Überall-Stürmer" Arshavin verfing sich im dichten Netz des spanischen Mittelfeldes und tauchte nach der Pause völlig unter. Joachim Löw, sein Stab und auch die Spieler sollten sich in ihren Gedanken an der Mannschaft orientieren, die so eindrucksvoll die Niederlande besiegte. Jeder konnte sich ein Bild davon machen, wie hervorragend die Russen den Ball beherrschen, mit welcher Härte und Präzision sie ihre Pässe schlagen. Unsere Spieler wissen, was sie am 11. Oktober beim Zusammentreffen mit den Russen in Dortmund erwartet. Das gleich vorneweg: Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die WM.



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