zur Navigation springen
Neue Artikel

17. Dezember 2017 | 15:02 Uhr

Sperma-Tausch: Wo sind Tom Lipperts Kinder?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wenn bei Annie Branum in nächster Zeit das Telefon klingelt, könnte es ihre Halbschwester sein, die sie vor zwei Wochen noch nicht kannte. In einigen Monaten könnte die Zahl ihrer zuvor völlig unbekannten Geschwister dann auf drei, acht oder noch mehr Menschen herangewachsen sein. Aus verschiedenen US-Staaten könnten sie anrufen, dürften alle zwischen 19 und 28 Jahren alt sein und würden alle Branums DNA teilen – und denselben Vater.

Thomas Lippert heißt der Mann, dessen Arbeit als Angestellter eines US-Labors für künstliche Befruchtung immer weitere Kreise zieht. Familie Branum fürchtet, dass er Dutzenden oder gar Hunderten Paaren heimlich sein Sperma unterschob. Doch da Lippert tot und die Befruchtungs-Praxis RMTI geschlossen ist, könnte die möglicherweise riesige Patchwork-Familie für immer ein ungeklärter Fall bleiben.

„Das hier wird einen Schneeballeffekt auslösen“, sagt Pam Branum, die nach einem Gentest zufällig das erste Teil des Lippert-Puzzles entdeckte. Nach mehreren DNA-Untersuchungen fand sie heraus, dass nicht ihr Mann John der Vater ihrer heute 21 Jahre alten Tochter Annie ist, sondern Lippert. Nun hofft sie, dass all diejenigen sich melden und testen lassen, die zu Lipperts Zeit als Laborant künstlich am RMTI gezeugt wurden.

Verwunderlich scheint, dass Lippert den Job überhaupt bekam, nachdem er wegen eines Kidnappings im Jahr 1974 zwei Jahre im Gefängnis gesessen hatte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen