Sparen auf Kosten der Angestellten

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Gehaltkürzungen statt Entlassungen: Dem öffentlichen Dienst in Rostock werden 2009 rund sechs Millionen Euro abgezwackt. So ist es im Haushalt eingeplant und den hat die Bürgerschaft verabschiedet. Das macht den Abschluss eines Haustarifvertrages zum Muss. Aber die Realität am Verhandlungstisch sieht anders aus: Verdi sperrt sich gegen Einschnitte.

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29. Januar 2009, 07:43 Uhr

Rostock | Zu unfreiwilligen Spenden zwingt der Haushalt für dieses Jahr rund 2600 Beschäftigte der Rostocker Kernverwaltung. Auf ihre Kosten sollen sechs Millionen Euro eingespart werden. Damit eine schwarze Null im Kassenbuch stehen kann, muss nun entweder der Haustarifvertrag her oder Entlassungen drohen. Keine guten Aussichten für weitere Verhandlungsrunden.

Die von Arbeitgeberseite vorgeschlagene 36-Stunden-Woche - bislang arbeiten die Beschäftigten 40 Stunden - und Stellenausgliederungen geht der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen den Strich. "Abgelehnt" heißt es knapp in ihrem Rundschreiben. "Mit der Gewerkschaft wird es keine Haushaltskonsolidierung zu jedem Preis und auf Kosten der Beschäftigten geben." Die Konsequenz seitens der Stadt heißt weiterhin Entlassungen, die eigentlich alle betroffenen Parteien vermeiden wollen. Doch am Punkt betriebsbedingte Kündigungen sind auch die Schwierigkeiten vergraben. Sozialauswahl, Jahre der Betriebszugehörigkeit oder Familienstand müssen berücksichtigt werden. "Außerdem ist der Altersdurchschnitt in der Stadtverwaltung sehr hoch", sagt Rathaussprecher Ulrich Kunze. Viele arbeiten seit mehr als zehn Jahren hier. Das erschwert es, Kündigungen auszusprechen. Doch viele Angestellte werden in den kommenden Jahren ohnehin in die Rente verabschiedet - und einige sind schon in Altersteilzeit, bestätigt Michael Dahlmann aus der Stadtverwaltung.

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