Spannung im Dauerregen

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Gläubige im Gebet - stundenlang warteten sie auf eine Entscheidung. dpa

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14. März 2013, 07:52 Uhr

Rom | Der fünfte Wahlgang brachte die Entscheidung: Weißer Rauch steigt ab 19.05 Uhr minutenlang aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle in den Nachthimmel. Die Glocken des Petersdoms setzen dröhnend ein. Auf dem Petersplatz in Rom brandet Riesen-Applaus auf. Von überall strömen Menschen herbei. Sprechchöre sind zu hören.

Endlich haben wir wieder einen Papst, ruft eine Argentiniern, die begeistert ihre Landesflagge durch die Luft schwenkt - und da noch nicht ahnt, dass es ein Landsmann sein wird. Mit ihr sind Tausende von Schaulustigen auf dem Petersplatz völlig aus dem Häuschen. "Habemus Papam" wird es bald von der Loggia des Petersdoms schallen. Die Menge tobt. Trotz des Dauerregens. Die Frage ist nun: Wer wird das 266. Oberhaupt der katholischen Kirche?


Die Menschen auf dem Petersplatz harren seit Stunden unter ihren Regenschirmen aus. Die Spannung ist zum Greifen nah, die Gerüchteküche kocht hoch. Er hoffe, dass die 115 Kardinäle eine weise Entscheidung getroffen haben, sagt der Münchner Heiko Frank. Er könne es nicht fassen, dass er seine Rom-Reise zufällig auf den Konklave-Termin gelegt habe und nun Zeuge eines "historischen Augenblicks" geworden ist. Fassungslos schüttelt er immer wieder den Kopf.

Kurz vor dem weißen Rauch machte unter den Journalisten die Runde, dass der frühere Basketball-Superstar Dennis Rodman (51) in Rom eingetroffen sei. Medienberichten zufolge wolle der dunkelhäutige US-Amerikaner den ghanaischen Mitfavoriten für die Papst-Wahl, Kardinal Peter Turkson, unterstützen. Damit setzte Rodman wie einige Pilger auch, auf den Obama-Effekt: Der nächste Papst solle ein Schwarzer sein.

Das wurde er nicht - und doch gab es eine Premiere: Erstmals kommt der Papst aus Lateinamerika. Unter seinen Landsleuten auf dem Petersplatz wollte der Jubel darüber lange nicht enden.

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