Schule auf der Leinwand : Spannender Unterricht im Kino

120 Mädchen und Jungen der Regionalen Schule Vellahn „stürmten“ gestern gesittet das Boizenburger Kino.   Fotos: Thorsten Meier
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120 Mädchen und Jungen der Regionalen Schule Vellahn „stürmten“ gestern gesittet das Boizenburger Kino. Fotos: Thorsten Meier

Filmsaal in der Reichenstraße verwandelte sich gestern in ein Klassenzimmer für 120 Mädchen und Jungen der Regionalen Schule Vellahn

svz.de von
03. Dezember 2013, 16:43 Uhr

Der örtliche Kinosaal in der Reichenstraße verwandelte sich gestern in ein Klassenzimmer für 120 Mädchen und Jungen der Regionalen Schule Vellahn mit Grundschulteil. Sie waren gekommen, um sich im Rahmen der landesweiten Schulkino-Wochen den Film „Das Pferd auf dem Balkon“ anzuschauen. Mit Spannung verfolgten sie den 93-minütigen Streifen auf der großen Leinwand und fieberten mit dem zehnjährigen Mika mit, einem Jungen mit Asperger-Syndrom, einer leichten Form des Autismus. Es geht um Freundschaft und ums Anderssein.

„Das Kino entfaltet in solchen Momenten seinen besonderen Reiz. Die Kinder sehen im wahrsten Sinne des Wortes, dass man durch Filme etwas lernen kann, neue Eindrücke gewinnt, mit anderen Denkweisen konfrontiert wird und bis tief in die Seele berührt werden kann“, erklärte Andrea Franke, Angestellte des Kinos, den Ansatz der Schulkino-Wochen, an denen sich im Boizenburger Kino in diesem Jahr etwa 1250 Schüler beteiligt hätten. „Die Heranwachsenden bekommen ein wenig die Welt erklärt, müssen sich mit anderen auseinandersetzen und erleben so die Facetten des Großwerdens. Über den Film wird auf diesem Wege Bildung betrieben. Schüler aus Zarrentin, Wittenburg, Hagenow und Boizenburg nutzen unser Kino aber auch außerhalb der Kino-Wochen, denn wir pflegen mit allen Schulen der Region gute Kontakte“, erzählt die 52-Jährige weiter.

Sich für einen bundesweiten konstruktiven wie unterrichtsbezogenen Dialog zwischen Schule und Film einzusetzen, haben sich die Vision Kino gGmbH - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz sowie die Filmland M-V gGmbH auf die Fahnen geschrieben. Sie bieten Filme zu Themen wie Globalisierung, Jugendkultur, Rassismus oder Migration an.

„Wir haben Material zu den verschiedenste Filmen bekommen, so dass wir den Unterricht im Kino vor- und nachbereiten können“, betont Ines Koß-Pretzel, Klassenlehrerin der 4a im kurzen SVZ-Gespräch am Rande der Veranstaltung.

Es sei in der Tat eine große Herausforderung für Elternhaus und Schule, Kindern und Jugendlichen die Kompetenzen mit auf den Weg zu geben, die sie in dieser medienbestimmten Welt bestehen ließen, merkte jüngst auch Mathias Brodkorb, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern an. Medien spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kultureller Orientierung, von Weltbildern und Einstellungen sowie bei der globalen Verbreitung von Werten. Sie seien nicht nur ein Spiegel kultureller Trends, sondern könnten diese auch kanalisieren. Medien seien unterhaltend, aber auch Träger von Botschaften, die unreflektiert als Abbild sozialer Wirklichkeit wahrgenommen würden und dann auch manipulativ wirkten. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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