SOS-Ruf: Initiativgruppe wehrt sich gegen geplante Nordfusion

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16. Januar 2009, 07:40 Uhr

Schwerin/Rostock - Gegen die geplante Fusion der drei evangelischen Landeskirchen in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein zur Nordkirche gibt es offenen Widerstand im Nordosten. Ein „Güstrower Kreis für den Erhalt der Landeskirche Mecklenburgs“ hat eine achtseitige Beilage unter dem Titel „SOS-Ruf Nr.1: Kirche in Not!“ in der aktuellen Ausgabe der „Mecklenburgischen und Pommerschen Kirchenzeitung“ veröffentlicht

Ziel sei es, Gegenpositionen zur geplanten Kirchenfusion deutlich zu machen, die die nordelbische, mecklenburgische und pommersche Kirche planen, sagte der emeritierte Pastor Traugott Maercker von der Initiativgruppe in Warin (Kreis Nordwestmecklenburg). Die Initiatoren wollten damit zugleich die mecklenburgischen Synodalen für eine Ablehnung der Fusion gewinnen. Als Argument gegen die für 2012 geplante Fusion der drei Landeskirchen, über die die drei Synoden Ende März beschließen sollen, werden u. a. aufgeführt, dass die mecklenburgische Landeskirche juristisch liquidiert werde. „Wir versinken als Minderheit in einem anonymen Großgebilde.“ Die Mecklenburger würden „nur als Mehrheitsbeschaffer zur Gründung“ der „Nordkirche“ benötigt. Als Alternative zur Kirchenfusion schlagen die Kritiker eine Föderation in einem „Norddeutschen Kirchenbund“ vor.

Der pommersche Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat die geplante Nordkirche hingegen als „historische Stunde“ für ein Miteinander der Landeskirchen bezeichnet. Er gehe davon aus, dass die Synoden der nordelbischen Kirche in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie der mecklenburgischen und der pommerschen Landeskirche Ende März einem entsprechenden Vertragsentwurf zustimmen werden. Er bezeichnete die Debatte als sozialpsychologisch verständlich, denn hier geschehe „ein Stück Trauerarbeit“. Die Grundaussage, die mecklenburgische Kirche löse sich auf, sei jedoch falsch. „Hier geht es um ein größeres Ganzes.“

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