zur Navigation springen

Sorge in MV wächst: Atomendlager an der Landesgrenze?

vom

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2011 | 12:32 Uhr

Schwerin | Der Streit um Deutschlands Atommüll erreicht Mecklenburg-Vorpommern: Bei der Freitag in Berlin beginnenden Suche nach Alternativen zu einem möglichen Endlager in Gorleben wird auch mindestens ein Standort im äußersten Westen des Landes einbezogen. Der Salzstock in der Region Gülze-Sumte nahe Boizenburg gehört zu jenen vier Formationen in Norddeutschland, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) als "untersuchungswürdigen Salzstöcke" bei der Suche nach einem deutschen Endlager ermittelt wurden. Von morgen an will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mit den Ländern Möglichkeiten für eine neue Endlagersuche ausloten. Ziel der Gespräche sei es, einen Prozess zu vereinbaren, wie man auf Basis verfügbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse , höchster Sicherheitsanforderungen und in einem transparenten Verfahren zum besten Standort kommt, sagte er gestern. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte gefordert, eine bundesweite Suche nach einem Endlager zu starten: "Es muss der Standort sein, der der beste ist, egal wo er liegt."

Der Neustart bei der Endlagersuche stößt sowohl in der betroffenen Region Boizenburg als auch in der Landesregierung bereits vor dem Bund-Länder-Gipfel auf Widerstand. "Wir wollen den Atommüll nicht vor unserer Haustür haben", lehnte Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke (parteilos) eine Einlagerung in dem Salzstock in der Elbregion ab. Ein atomares Endlager im Naturpark Mecklenburgisches Elbtal stehe der Entwicklung der Region als ökologischer Tourismusstandort entgegen, warnte Energieexperte Arndt Müller.

Auch in Schwerin stößt Röttgen auf Granit. "Wir wollen kein Endlager in Mecklenburg-Vorpommern", erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern. Es sei politischer Konsens, dass MV dafür nicht in Betracht komme, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Mittwoch.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen