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22. Oktober 2017 | 17:48 Uhr

Sister Act im Dorfgemeinschaftshaus

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2012 | 10:12 Uhr

Redefin | Wer darf bei den Chori-Feen mitsingen? "Jeder, der Lust dazu hat. Jeder mit Rhythmusgefühl." Männer auch? Ja. Rufen die Frauen aus der rechten Ecke. "Tenöre sind immer willkommen." Oh nein. Rufen die Frauen von links. "Dann brauchen wir ja schon wieder einen neuen Namen." Chorleiterin Ingrid Wormstädt-Ständer winkt ab. "Wer sagt denn, dass bei den Chori-Feen nicht auch ein paar Trolle mitsingen können."

So sei das hier immer, erklärt Irmhild. "Wir sind 15 Frauen mit 16 Meinungen. Aber unsere Chefin hält das aus und sorgt für Harmonie."

Es ist Wochenende. Draußen schneit es, die Autos schieben sich langsam auf der B5 durchs Dorf. Trotz des Wetters haben sich alle 15 Frauen auf den Weg nach Redefin gemacht. Aus Melkof, Gößlow, Belsch, Hagenow, Goldenitz und Ramm. "Bei uns darf keiner krank werden oder absagen, sonst kriegen wir mit den Tonlagen Probleme", sagt Ingrid Wormstädt-Ständer. "Unser Chor singt vierstimmig, da wird jede Stimme gebraucht." Auch sie als Leiterin und Dirigentin singe mit, weil man bei so wenig Sängerinnen auf keine Stimme verzichten könne.

Von Gospel bis John-Lennon-Songs

Dass sie heute hier im Redefiner Dorfgemeinschaftshaus proben, sei eine Ausnahme. Die Gemeinde hat ihnen den Raum bereitgestellt, damit sie sich einsingen können für ein Konzert, das sie in einer Stunde drüben auf dem Landgestüt geben. In der Vorweihnachtszeit sind sie jedes Wochenende unterwegs. Auf dem Töpferhof in Hohenwoos, bei der Volkssolidariät in Lübtheen und bei Rentnerweihnachtsfeiern auf den Dörfern. Diesen Sonntag geben sie ein besonderes Konzert in der Redefiner Kirche - gemeinsam mit "Jazz Atax" aus Schwerin. Dabei werden die Frauen nicht nur auf der Gitarre, sondern auch auf dem Klavier und der Trompete begleitet und singen Stücke, wie Mozarts "Ave Verum Corpus".

Auf ein Genre wollen sich die Chori-Feen nicht festgelegen. Sie singen Volkslieder, Gospelsongs aus Sister Act oder texten auch schon mal einen John-Lennon-Song um, damit sie ihn auf Deutsch singen können.

Was zählt, ist der Spaß an der Sache. "Singen macht den Kopf frei und gute Laune", sagt Siegrid. "Es produziert Glückshormone und verbreitet positive Energie", sagt Annett. Wie damals auf der Fahrt mit der Brockenbahn. "Da haben wir im Zugabteil spontan gesungen und am Ende stimmten alle Fahrgäste mit ein, sogar der Schaffner." Jedes zweite Jahr unternimmt der Chor eine Reise. Dresden, Breslau, Wernigerode... In Dresden hatten die Chori-Feen einen Auftritt auf dem Striezelmarkt, in Breslau in der Kirche. Hätte Chorleiterin Ingrid einen Wunsch frei, dann den nach mehr jungen Sängerinnen. Sie selbst sei seit der Gründung vor dreißig Jahren in dem Chor. Anfangs habe man sich über die eigenen Kinder unterhalten, dann über die ersten Liebschaften der Kinder und jetzt über die ersten Enkel. "Wir werden alt und brauchen mehr junges Gemüse, es muss sich nur trauen." Die letzte, die sich getraut hat und einfach so zur Probe kam, ist Marlit aus Goldenitz. "Ich bin hier hergezogen und wollte singen." Der Chor habe sie herzlich aufgenommen. Wer meint, noch nicht gut singen zu können, solle ruhig trotzdem kommen. "Das kann man hier wunderbar lernen."

Weitere Chöre der Region mit ihren Hörproben finden Sie in der Lokalübersicht Hagenow.

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