Sensible Kohl-Büste

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23. Mai 2008, 04:56 Uhr

Mödlich - Altkanzler Kohl im Zenit seiner Macht, sensibel und realistisch dargestellt, nicht der Hauklotz, als der er oft in Karikaturen gezeigt wurde.

So soll das Porträt von Helmut Kohl auf den Betrachter wirken, wenn es nach seinem Schöpfer, dem Prignitzer Künstler Bernd Streiter geht. „So eine Plastik bleibt für immer, da kann man keine Karikatur draus machen“, argumentiert Streiter.

Seit wenigen Tagen befindet sich die Bronzebüste in Nettetal am Niederrhein. Mit Helmut Kohl hat nun der letzte Kanzler der Bonner Republik seinen Platz in dem dortigen Ensemble eingenommen, das die Arbeit der Altkanzler unter den damals schwierigen Bedingungen ehren soll.

Anders als bei Helmut Schmidt, dessen Porträt ebenfalls der Mödlicher Künstler anfertigte, war ein persönliches Treffen mit Kohl, auf Grund dessen Gesundheitszustandes nicht möglich. Streiter konnte Kohl jedoch in einer kurzen Korrespondenz von seiner Arbeit berichten. Der Altkanzler habe zum Ausdruck gebracht, dass er das Vorhaben in Nettetal als Ehre empfinde. Da sich der Künstler ausschließlich an Bildern und Videos orientieren konnte, dauerte die Anfertigung der Kohlbüste länger als gewöhnlich. Anfangs näherte Streiter sich dem Thema zeichnerisch, dann folgte ein Gipsmodell, von dem Streiter anschließend die Bronzeplastik goss.

Für den Prignitzer Künstler bedeutete die Darstellung von Kohl eine besondere Herausforderung.

In seiner langen Amtszeit entwickelte sich dessen Gesicht ständig weiter. Die Herausforderung für Streiter war nun, den passenden Zeitraum und somit einen typischen Gesichtsausdruck des Altkanzlers zu finden. „Diese Arbeit sollte dem Menschen Kohl gerecht werden, denn ich finde realistische Arbeiten toll, das Handwerk an sich bietet ausreichend Spannung, vor allem darf man ein Werk nicht totarbeiten“, verrät Streiter. Letztendlich hat er sich am älteren Kohl orientiert, da er ihn so verinnerlicht habe.

Die Arbeiten des Prignitzer Künstlers beeindruckten den Initiator des Nettetaler Ensembles, Hans Kohnen, von Anfang an. Er wählte ihn als Schöpfer für die Plastiken von Schmidt und Kohl, nachdem er im Internet auf Bernd Streiter gestoßen war.

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