Splitter : Seniorenresidenz im Dornröschenschlaf

Das „Anna von Allmen“-Haus steht derzeit leer.
Foto:
1 von 2
Das „Anna von Allmen“-Haus steht derzeit leer.

von
01. Juni 2016, 09:25 Uhr

Das hohe Unkraut in den Pflasterfugen verrät es: Die Seniorenresidenz „Anna von Allmen“ an der Chausseestraße ist geschlossen, und das seit September 2015. Eigentlich hätten hier 14 Senioren in Einzelappartements mit eigenen Terrassen Platz. „Aber wir waren mit dem Betreiber, der Diakonie Karstädt/Wilsnack, nicht zufrieden“, so Annett Köhn von Isak Immobilien aus Kyritz, die das Gebäude verwaltet. Köhn wollte nicht konkreter werden. Nun droht das Wohngemeinschaftshaus zu verwaisen. „Natürlich wünschen wir uns, dass schnell wieder ein Betreiber gefunden wird“, so Köhn. Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen sei da. „Gerade deswegen ist es unverständlich, dass die Diakonie es nicht geschafft hat.“ Für Karin Rausch, Verwaltungsleiterin der Diakonie Karstädt/Wilsnack, stellt sich die Lage anders dar. „Der Vermieter war nicht bereit, die Zimmerpreise zu senken, zum Beispiel, wenn ein Ehepaar zwei Appartements mieten wollte“, so Rausch. Immer wieder habe die Diakonie Werbung für das Haus gemacht, einen Tag der offenen Tür veranstaltet. „Aber es waren maximal vier Wohnungen belegt. Irgendwann war es für uns nicht mehr wirtschaftlich und wir haben den Vertrag gekündigt“, so Karin Rausch.

Pfarrer Sacha Sommershof freut sich, dass die Sanierung begonnen hat.
Foto: Rant
Pfarrer Sacha Sommershof freut sich, dass die Sanierung begonnen hat.
 

Kirchensanierung gestartet - Projekt am Gotteshaus in Schilde kostet 220 000 Euro

Eine der ältesten Dorfkirchen der Prignitz wird derzeit umfassend saniert. Zum Auftakt geht es dem Dach an den Kragen. „Es wird abgedeckt, damit die Schäden beurteilt werden können. Unter Umständen werden einige Balken erneuert“, erklärt Pfarrer Sacha Sommershof. Auch die Bekrönung wird aufgearbeitet, da sie schief ist. Das Kirchturmdach soll mit Schiefer gedeckt werden. Der Boden im Mittelschiff soll erhalten bleiben. „Von der Grundsubstanz ist die Kirche gut. Aber das Dach und die Fassade müssen gemacht werden.“

Sacha Sommershof ist froh, dass das Projekt angelaufen ist. Die Kosten teilen sich u.a. Landeskirche, Kirchenkreis und die Kirchengemeinde. Den Löwenanteil zahlt das Land Brandenburg mit 100 000 Euro. „Auch von der Gemeinde bekommen wir finanzielle Unterstützung. Ohne die Beteiligten wäre die Sanierung nicht möglich“, so Sommershof. Das diesjährige Weihnachtsfest solle in dem Gotteshaus begangen werden, blickt der Pfarrer voraus.

Die 13 Särge der Patronatsfamilie, die sich in der Gruft befinden, müssen für die Kirchensanierung nicht woanders hingebracht werden, auch wenn an die Gruft selbst auch noch Hand angelegt werden soll. „Die Finanzierung dafür steht aber noch nicht“, so Sommershof, der die Kosten für die Gruftsanierung auf 20 000 Euro schätzt.

Die Kirche in Schilde steht unter Denkmalschutz. Fachleute gehen davon aus, dass sie um 1250 errichtet wurde. Deutlich jünger sind die Gruft und der Turm, der im 17. Jahrhundert angefügt wurde. Im Inneren befindet sich eine barocke Altarwand mit der Kanzel. Das Besondere an der Kirchturmuhr: Sie und sogar die Zeiger sind nur aufgemalt. Vielleicht kann in den nächsten Jahren ein richtiger Chronometer angebracht werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen