Kommentar des Autors : Seltsame Anmutung

svz.de von
27. April 2016, 21:00 Uhr

Nun also doch! Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes wird abgelöst. Es ist ein aufgeschobener Rauswurf. Eigentlich wäre der bereits vor einem Jahr fällig gewesen. Doch von der Opposition, die damals lauthals Schindlers Demission gefordert hatte, wollte sich die Bundesregierung ihren Geheimdienstchef nicht rauskegeln lassen.

Die jetzige Neubesetzung wirft Fragen auf. Wenn nun mit dem künftigen Präsidenten Bruno Kahl ausgerechnet ein enger Vertrauter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble
(CDU) an die Spitze rückt, der zuletzt immer wieder eindringlich davor gewarnt hatte, den BND zu sehr umzukrempeln und damit die Kooperation mit ausländischen Diensten zu gefährden, mutet dies schon seltsam an. Wird Schäuble jetzt zum Schattenmann, der nicht nur die Staatsfinanzen regelt, sondern auch den Auslandsgeheimdienst? Der neue Präsident jedenfalls tritt kein leichtes Erbe an und muss jetzt unter Beweis stellen, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist oder ob er am Ende womöglich nur ein nützlicher Helfer ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen