Sellering: Für Werftenstandort Stralsund belastbare Angebote nötig

Nur noch wenige Wochen bleiben laut Insolvenzverwalter, um für die Werft in Stralsund einen Käufer zu finden. Doch trotz des Zeitdrucks dürfe „nicht irgendein Angebot“ angenommen werden, mahnt Regierungschef Sellering.

svz.de von
12. März 2014, 20:56 Uhr

Ein wirtschaftlicher Neustart für die insolvente Stralsunder Volkswerft ist nach Überzeugung der Landesregierung in Schwerin nur mit einem seriösen und potenten Investoren möglich. „Wir dürfen jetzt nicht irgendein Angebot annehmen, das in Wahrheit überhaupt keine Lösung ist. Wir brauchen belastbare Angebote, mit Beschäftigungsgarantien, mit einer soliden Finanzierungsbasis, mit einer wirklich langfristigen Perspektive“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Mittwoch im Schweriner Landtag.

In der von seiner Fraktion beantragten Debatte forderte Linke-Fraktionschef Helmut Holter von der SPD/CDU-Regierung „mehr Mut und Herzblut“ beim Ringen um den Erhalt der Arbeitsplätze am Werftstandort Stralsund. Die maritime Wirtschaft müsse als Grundpfeiler der Wirtschaft im Nordosten erhalten bleiben.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr ermahnte die Landesregierung, nicht tatenlos zu bleiben. Sollte bis Mai kein Investor für Stralsund gefunden werden, sei „ein Plan B“ nötig. Eine Zerschlagung des Industriestandortes solle aber verhindert werden. „Welche strukturellen Hilfen bietet die Landesregierung für Konzepte an, die möglichst viele Arbeitsplätze sichern?“, fragte Suhr.

Sellering sicherte den Werftarbeitern erneut zu, dass die Landesregierung alles tun werde, „was rechtlich möglich und wirtschaftlich vertretbar ist“. Doch könne angesichts weltweiter Überkapazitäten und enormen Preisdumpings die Rettung des Unternehmens nicht im Frachtschiffbau liegen. „Die Zukunft liegt in der innovativen maritimen Industrie, der klugen Verbindung der Erfahrungen im Schiffbau mit den Entwicklungen der Offshore-Windkrafttechnik“, sagte der Regierungschef.

Die P+S-Werften mit ihren Standorten in Wolgast und Stralsund hatten im August 2012 Insolvenz anmelden müssen. Während mit der Bremer Lürssen-Gruppe im Mai 2013 ein Käufer für die frühere Peenewerft in Wolgast gefunden wurde, blieben die Bemühungen um die Fortführung der Stralsunder Volkswerft bislang erfolglos. Wie Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann zuletzt bei einer Betriebsversammlung sagte, liegt bislang kein annehmbares Kaufangebot für Stralsund vor. Die Chancen, bis Mai einen Investor zu finden, schätzte er auf „50:50“. Die P+S-Pleite kostete das Land bereits 271 Millionen Euro, weil es für die Werft staatlich verbürgte Schiffbaukredite zurückzahlte. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen